Montag, 29. Oktober 2012

Zeit des Erwachens.

Was bringt einen Menschen dazu, den eigenen Status, den eigenen Standort und auch seine Ziele zu überdenken? Meistens sind es Krisen, kleine oder große, die uns zum Nachdenken bringen. Es ging uns gut und dann kracht es mächtig, es lief super und auf einmal hakt es - wieso, warum, will ich das eigentlich so? Das sind Fragen, die sich erst stellen, wenn mal nicht alles glatt läuft. Und oft muss es richtig holprig laufen, damit wir dann tatsächlich etwas ändern.

So wie bei Frank, der alles hatte, wovon mancher Mann träumt: er ist attraktiv, hat einen anstrengenden aber sehr lukrativen Job, wo er der Superbroker war, einen Sportwagen, der soviel Aufmerksamkeit erregte, dass nur noch das Autogramm geben fehlte, Frauen, die seine Erfolge anziehend fanden.....alles schien möglich und erreichbar.
Doch plötzlich lief es nicht mehr, Deals platzten, der Erfolg ließ nach - Frank wurde verletzlich und angreifbar. Für ihn ein Desaster, hatte er doch ein Image zu verteidigen. Flucht, war der erste Impuls, raus da, neue Umgebung, neuer Start und dann weiter so. Aber nach der ersten Panik kam er ins Grübeln, ob das Leben, das er jetzt führt, wirklich seins sein soll. Ist es das Auto, das Geld, sind es die Frauen, die ihn deshalb gut finden?

Bin ich nicht mehr wert als diese ganze Fassade? Warum möchte ich geliebt werden? Und wen liebe ich eigentlich, und warum? Gedanken, die einen anstrengenden, aber wunderschönen Sinneswandel einläuteten: Das Auto ist verkauft, vom Thron im Job ist ist er hinabgestiegen - und Beziehung bedeutet auf einmal Kontakt, Tiefe, Miteinander.

Der Weg dauert an, ist immer noch anstrengend. Und ich darf einen Klienten begleiten, der diesen manchmal sehr holprigen Weg geht. Der es manchmal vorher einfacher fand, aber ahnt, was ihn anstatt erwartet. 

Welchen Weg gehst Du, bist Du auf Deinem Weg?