Montag, 30. November 2009

Pass auf, was Du sagst!

Nach einem ruhigen Morgen und einem schönen Mittagsschlaf von Püppi, in dem ich ganz viel am Rechner geschafft habe, waren wir mit einem Freund zum Spaziergang verabredet. Frohgemut bin ich losgestapft, die Laune war gut, weil bis jetzt alles glatt gelaufen und der Tag mein Freund war. Wir trafen Freund Dirk im Park und zusammen ging es weiter. Dirk war zu Besuch in der Stadt, hatte 2 Stunden Zeit und ich freute mich, dass wir diese kurze Zeit zusammen verbringen konnten.

Dirk ist nämlich sehr intensiv, wenn er erzählt, kann ich mitfühlen, was er da sagt und es macht Spaß ihm zuzuhören. Heute jedoch war es anders. Er war irgendwie gestresst, wie unter Druck und er erzählte nichts von schönen Erlebnissen, sondern regte sich nur über alles mögliche auf. Jeder regt sich mal auf, aber das, was er da von sich gab, war schlechte Energie pur.

Er sagte in jedem 2. Satz "Ich hasse"....er betitelte Personen, über die er sprach als Vollidiot und mit Wörtern, die ich gar nicht aufschreiben mag. Er pauschalisierte, alle machten das immer so, alle waren total daneben und auffallend war, dass es immer die anderen waren, die Bockmist gebaut hatten. Ehe ich wußte, was mir geschah, hatte er mich voll in seine negative Stimmung hineingezogen. Meine gute Laune war weg, mein Leichtigkeit einer Schwere gewichen, die mich richtig runterzog. Ich versuchte noch, seine Erzählungen abzuschwächen, aber ich hatte keine Chance.
Er redete und redete und redete und versprühte eine Aggressivität, die ihresgleichen sucht.

Ich konnte es nicht mehr aushalten und schritt ein. Ich fragte ihn, ob er selbst merke, was da gerade bei ihm passiere - er verneinte überrascht. Ich erklärte ihm , dass ich Leidenschaft wunderbar finde, aber nicht, wenn sie völlig unkontrolliert ins Negative geht und alles und jeder in einer derart gewalttätigen Kommunikation abgekanzelt wird. Gewalttätige Kommunikation - ich? Er wusste gar nicht, was ich meinte.

"Ich hasse" ist ein unglaublich harter Ausdruck, was muss normalerweise passieren bis ich hasse? Ich kann es mir für mich gar nicht vorstellen, ich hasse nichts. Nichts weckt in meinem Leben so heftige Gefühle in mir, dass ich diesen Ausdruck gebrauche, nichts hat eine solche negative Macht über mich, dass ich ihm so ein intensives Gefühl widme. Es gibt keine Steigerung zu "Ich hasse" - ich fragte Dirk, ob wirklich alles, was er bis jetzt mit "ich hasse" tituliert hat, nicht mehr steigerungsfähig wäre. Er schwächte ab, nein, das wäre doch nur so ein Ausdruck, - und ich intervenierte. Das ist nicht nur so ein Ausdruck, das ist ein gesprochenes Wort. Und gesprochenes Wort gilt.

Jedes Wort, das ich ausspreche, ist in der Welt - mit einer positiven oder negativen Botschaft. Und jede Botschaft, ob positiv oder negativ, macht etwas mit mir, mit meinem Zuhörer, mit meiner Umwelt. Wer so spricht, hat einen hohen Aggressionspegel und hält sich selbst in einem negativen Grundzustand. Sämtliche Gefühle, Wahrnehmungen sind durch die Äußerungen negativ eingefärbt. Eine objektive Wahrnehmung ist mit dieser Grundstimmung schlichtweg nicht möglich.
Das ist die eine Seite, der Sprecher zieht sich selbst damit hinunter. Die andere Seite ist, dass er seinen Gesprächspartner dabei mitnimmt, es kostet enorme Kraft, sich solch eine Negativ-Kanonade zu widersetzen.

Dirk sprach mit Schimpfwörtern über andere Menschen, kanzelte sie ab und es war egal, ob er sie kannte oder ob sie nur eine Rolle in der Gesamtgeschichte spielten. Ich fragte ihn, warum er den Menschen so schlecht gesonnen sein - was haben die ihm alle getan, dass er so schlecht über sie sprechen muss?
Erst verstand er gar nicht, was ich meinte, aber als ich Beispiele nannte, wollte er wieder abtun als, "Du weisst doch, wie ich bin."
Nein, ich weiss nicht, wie Du bist, denn diese Art der Geringschätzung anderer Menschen ist mir total fremd.

Wenn ich so negativ über andere spreche, dann projeziere ich meine eigene Unzufriedenheit in diese Menschen hinein. Es gibt keinen anderen Grund per se so schlecht über Menschen zu sprechen. Wenn ich in mir ruhe, mit mir im Reinen bin, dann kann ich mit dem, was andere tun oder sagen, gelassen umgehen. Nur wenig kann mich dann so berühren, dass ich meinen Respekt und meine Wertschätzung verliere. Ich kann Dinge von anderen nicht gut finden, aber es geht nicht, dass ich einen Menschen pauschal verurteile.

Wenn ich bei mir bin, dann nehme ich Dinge, die andere tun, nicht persönlich. Im Gegenteil, ich bin den Menschen wohlgesonnen, habe eine wohlwollende, wertschätzende Grundhaltung. Ich kann hinterfragen, warum derjenige sich so verhält und auch wenn ich es als falsch erachte, verurteile ich ihn nicht als Menschen, sondern kritisiere lediglich seine Taten.

Dirk wollte das nicht hören, er wollte alle Schuld auf die anderen abschieben - die waren blöd, die machten alles falsch und er hasste das. Auf meine Frage, wo er in der ganzen Geschichte eigentlich sei, was seine Verantwortung, was sein Beitrag außer Schimpfen sei, sagte er nichts. Auf meine Frage, ob er mal überlegt habe, warum die anderen sich so verhalten, antwortete er auch nicht...klar, ist ja auch leichter, darüber zu schimpfen anstatt zu schauen, warum ich mich darüber so aufrege.

Die gute Nachricht, ist, dass er aufhörte so zu sprechen. Ich merkte, dass er begann, auf seine Wortwahl zu achten, "hassen" kam in dem ganzen Gespräch nicht mehr vor und ich freute mich, nicht mehr seiner negativen Energie ausgesetzt zu sein.

Als wir uns trennten, schien er auch etwas entspannter. Seit einer Stunde nicht gehasst, geschimpft, verurteilt. Das ist doch wie Urlaub von der Aggressivität. Und fühlte sich offensichtlich besser an. Für uns beide. Für ihn als Sprecher, für mich als Gesprächspartnerin.












Sonntag, 29. November 2009

Alles zu seiner Zeit.

Advent, Advent...da ist er - noch 4 Wochen, dann ist Weihnachten. Ich liebe diese Zeit, die Strassen sehen wunderschön aus, alles ist beleuchtet und dekoriert und noch ist zwar hektisches Geschenkesuche angesagt, aber nie steht die Zeit so still wie die Tage nach Weihnachten.

Die Tage nach Weihnachten sind ruhig, oft arbeitsfrei und nach-besinnlich. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass das geht - dass dann der Stress und das "Müssen" nicht so ausgeprägt sind, alles läuft einen Gang langsamer. Geht doch...könnte ich jetzt sagen, aber 3 Tage im Jahr sind natürlich viel zu wenig.

Heute habe ich mich auch konzentrieren müssen, im niedrigen Gang zu bleiben, aber es ging:

Ich merkte, wie ich anfing beim Spaziergang die Woche zu planen, Briefe im Kopf vorzuformulieren und Gespräche vorzubereiten. Ganz schnell war ich mittendrin im Business. Die Natur, das Drumherum, all das nahm ich gar nicht mehr war vor lauter Planen.
Ich wollte das nicht, es ist Sonntag, ich wollte frei sein im Kopf, wollte an nichts ausser Advent, Spiele, Spaß und Freude denken. Das war dann aber erstmal schwer wieder zurückzufinden, einige hartnäckige Gedanken hielten sich wacker und kamen immer wieder hoch.
Dann dachte ich mir: Wenn ich jetzt bei Freunden zum Adventskaffee wäre und in Gespräche versunken, dann könnte ich auch nicht vorarbeiten - mein Spaziergang ist aber genauso wichtig und ich möchte ihm genauso Zeit und Raum einräumen, was allerdings bedeutet, auch hier nicht vorzuarbeiten. Dieser Gedanke hat mir geholfen, ich konnte die Planungen vertagen und habe tatsächlich heute nichts getan. Das wartet nun alles morgen auf mich. Was ok ist, denn alles zu seiner Zeit und morgen möchte ich ja wieder loslegen.

Heute war die Zeit loszulassen, zu entspannen und für andere Dinge. Und das tat gut.




Samstag, 28. November 2009

Perfektionismus kann nur zu Enttäuschung führen.

Morgen ist der 1. Advent - das heisst, Geburtstagsdekoration weg und Weihnachtsdekoration hervor geholt! Ich lasse es langsam angehen, find es aber schön, den Balkon bzw. das Balkongitter ein wenig zum Glitzern zu bringen. Gesagt, getan, 2 Lichterketten habe ich herausgeholt, um diese um das Geländer zu wickeln.

Tja, und dann ging es los: sind da rechts mehr Lämpchen als links? Hängen die in der Mitte nicht weiter runter als die anderen? 5 sind kaputt, die Lichterkette kann ich doch so nicht nehmen, erst muss ich die 5 Lichter austauschen und dann kann ich sie anbringen... so ging das in meinem Kopf hin und her und ich schob und steckte, nur um die Lichterketten möglichst gleichmäßig, sprich perfekt, anzubringen.

Irgendwann merkte ich, dass es mich begann zu nerven. Blöde Lichterketten, wer hat das System bloß erfunden, so kann das doch gar nicht gehen.......und dann sagte ich mir STOP!

Das Ziel ist, dass ich das vorweihnachtliche Gefühl genieße, das wir eine weihnachtliche Beleuchtung am Balkon haben - dass es also Spaß macht, die Adventszeit mit den ersten Dekorationen willkommen zu heißen. Es ist doch völlig egal, ob rechts 14 und links 16 Lämpchen brennen.... es geht doch um das Machen und dass es schön aussieht, es geht doch nicht darum, es perfekt zu machen. Also ließ ich es so, schaute nach einer halben Stunde noch mal mit neutralerem Blick auf mein Werk - und siehe da, ein bißchen habe ich noch verändert, aber im Grunde war es ok - und ich fand es schön, freute mich über das Glitzern so wie es war.

Denn ich habe gelernt: ich kann nicht immer 100% bringen. Wenn ich das von mir erwarte, ist das erstens wirklichkeitsfremd und zweitens bringe ich mich selbst gedanklich in eine Negativpirale: Selbstkritik, Unzufriedenheit und Groll gegen mich selbst sind das Ergebnis. Perfektionismus baut Stress und Ängste auf, stellt Konkurrenzsituationen zu Mitmenschen her und macht den, der versucht immer 100% zu bringen, schlicht kaputt.

Das Tun macht so keinen Spass, getrieben davon es perfekt zu machen, verderbe ich mir selbst die Freude an der Arbeit und das Ergebnis kann ich auch nicht genießen, weil ich bestimmt noch etwas finde, was nicht perfekt ist.

Ich sage mir immer, wenn ich merke, dass ich in die Perfektionsfalle tappe, dass mir die Arbeit Spass machen soll, denn: egal, was ich tue, ich möchte es gern tun. Wenn ich merke, dass ich mich unter Stress setze, dann unterbreche ich mein Tun und schaue von außen, wie ich mir selbst Stress mache und welche unschönen Gefühle ich in mir produziere. Danach kann ich - wie eben - entspannter weitermachen und großzügiger mit dem Ergebnis umgehen, weil nicht nur das im Fokus steht, sondern schon der Weg dahin.

Und jetzt schaue ich mal, wie ich die nächsten weihnachtlichen Akzente setzen kann.... mit schöner Musik und leckeren Weihnachtsplätzchen.....





Freitag, 27. November 2009

Erst klären, dann ändern.

Heute war ein Weihnachtsbasar in Otis Schule, er war ganz aufgeregt und hatte Verkaufsdienst - ich erkannte ihn gar nicht wieder, so aktiv pries er die Bastelsachen an.

Ich freue mich schon sehr auf das Wochenende, weil ich verabredet bin und 2 Menschen treffen werde, die ich lange nicht gesehen habe. Die eine habe ich schon kurz gesprochen, da scheint Veränderung im Busch zu sein, bei der anderen bin ich mal gespannt.

Erstere ist schon seit 14 Jahren in ihrem Job an derselben Arbeitsstelle, sie liebt das auch, aber heute habe ich ein wenig Unzufriedenheit herausgehört. Sie wolle sich jetzt verändern, einfach mal schauen, was der Markt so hergibt.... ich wurde hellhörig, wieso will sie das denn, wenn sie das liebt, was sie tut?
Sie erklärte mir, dass sie jetzt noch mal die Chance habe zu wechseln, dass sie einfach noch mal etwas Neues erleben wolle, dass sie gewappnet sein wolle, wenn ein neuer Chef käme....also eigentlich verständliche Gründe, wenn ich nicht gewusst hätte, dass sie ihren Job dort, wo sie jetzt ist, gerne mag. Auf mein Nachfragen kam dann auch heraus, dass einiges gerade nicht gut läuft, sie gibt und strengt sich an und kümmert sich, dass die Arbeit gut gemacht wird und die anderen schätzen das gar nicht, im Gegenteil, sie greifen immer wieder auf sie zu.
Aha.

Da liegt der Grund für den Veränderungswunsch nicht in ihr, sondern an Dingen, die schlecht laufen. Das ist in der Regel kein guter Grund zu gehen, denn das wird sie an einem anderen Arbeitsplatz schnell wieder einholen - die Wahrscheinlichkeit, dass es da genauso wird, ist sehr hoch. Denn der Grund dafür liegt in ihr und nicht an den Kollegen. Die nutzen nur aus, was sie ihnen bietet. Und das würden alle tun, egal wo.

Und dem Ausnutzen eine Grenze setzen, darum geht es scheinbar. Ein klares NEIN auszusprechen, nicht für alles die Verantwortung zu übernehmen, sich abzugrenzen und zu schauen, wo die Arbeit anfängt sie auszulaugen, schauen, wo (und wie) sie delegieren kann anstatt noch mehr (für die anderen) zu übernehmen, das soll wohl ihre Aufgabe sein.

Das heisst: sie kann an sich arbeiten und sich selbst verändern, dann wird sich die Situation im Job auch verändern. Und dann kann sie schauen, ob sie wirklich noch weg oder etwas anderes will. Aber so nach so vielen Jahren jetzt zu gehen, das würde immer ein schales Gefühl nach sich ziehen - es wäre im Prinzip eine Flucht vor den Problemen, die sich gerade ergeben haben.

Erst klären und entspannt Dinge verändern. Nur so fühle ich mich im nach hinein gut damit, alles andere verursacht ein unwohles Gefühl, weil ich sonst Dinge ungeklärt hinter mir lassen würde. Ich würde dann nämlich weder die Dinge noch mich ändern und damit wertvolle Entwicklungschancen vergeben.

Das ist zwar der erstmal unbequemere Weg, aber langfristig der viel nachhaltigere.....und der, der mit viel besser tut!





Donnerstag, 26. November 2009

Freundesvielfalt

Pippa hat Geburtstag, wir haben mit großen und kleinen Freunden schön gefeiert und nachdem alle anderen müde eingeschlafen sind, hat Pippa nun auch begriffen, dass sie nichts verpasst und einschlafen kann.....das war ein schöner Tag, hat Spass gemacht und war auch für mich als Mutter sehr rührend.

Große und kleine Freunde waren heute da. Die großen Freunde kamen mehr durch mich und sie kannten sich fast alle vorher nicht, weil sie aus unterschiedlichen Lebensbereichen kommen. Ich finde es immer spannend, diese verschiedenen Typen dann zusammen zu sehen. Heute fiel mir das sehr auf, wir haben fast 20 Jahre Altersunterschied versammelt (nur die Großen), ganz verschiedene Lebenskonzepte trafen aufeinander und verschiedene Stile sowieso. Von independent über intellektuell bis hin zu bodenständig, traditionell reichte die Palette und wenn sie sich auch im normalen Leben draußen nicht treffen würden, hier entstanden spannende Gespräche und überraschende Berührungspunkte.

Ich habe unsere Gäste beobachtet und überlegt, wer für was in meinem Leben steht. Denn ich bin mit allen eher einzeln befreundet und jede 2er Kombination bringt andere Facetten in mein Leben.

Da war eine Freundin, die ich sehr klar finde und mit der ich auch sehr klar umgehe. Sie zeigt mir immer wieder auf, dass das direkte Benennen von Dingen "die Luft sauber" hält. Da war die andere, die Dinge ständig hinterfragt und mit der ich diskutiere, was das Zeug hält. Auch sehr bereichernd, weil es Perspektiven öffnet und den Horizont erweitert. Eine steht für ganz traditionelle Werte, was auf mich sehr bewahrend wirkt und den Boden unter meinen Füßen fester macht. Wieder eine andere plant und macht und will am liebsten morgen mit mir 10 Dinge starten, auch daraus entstehen manchmal fruchtbare Ideen, die ich in meinem Leben umsetzen kann....

Fand ich schön zu sehen, aus welche Quellen sich meine Beziehungen nähren... für was ich bei denen wohl stehe?

Mittwoch, 25. November 2009

Ich führe Regie.

Püppi wird morgen 1 Jahr alt, es ist alles dekoriert, das Schaukelpferdchen wartet schon auf die Geburtstagsmaus und ich lasse das letzte Jahr seit ihrer Geburt noch mal Revue passieren. Es war ein aufregendes Jahr, es ist viel passiert, es ging schnell um und war anstrengend und war schön. Wenn ich heute so zurückschaue, frage ich mich, wie ich mich in dem letzten Jahr entwickelt habe - was ist bei mir passiert, kann es so weitergehen oder muss ich etwas ändern?

Die Frage habe ich heute mit einem Freund besprochen, der genau seit diesem einen Jahr in einer Beziehung steckt, die äußerst anstrengend ist. Letztes Jahr, kurz vor Pippas Geburt, hatte er sie gerade kennengelernt, es fing schon mit der Einschränkung "sie ist wahrscheinlich gar nichts für mich" an und als ich ihn heute traf, fragte ich ihn, wie es ihm im letzten Jahr ergangen sein, was heute anders sei als vor einem Jahr. Er zögerte, dachte nach und ich sah ihm an, dass er ziemlich entsetzt war: es war alles so wie heute vor einem Jahr, er lebt seitdem in dieser Beziehung und sagte auch heute wieder "sie ist wahrscheinlich gar nichts für mich"! Als er das aussprach, fiel ihm selbst auf, welche Stagnation darin steckte und wir schauten gemeinsam, warum das ist.

Die beiden scheinen sehr unterschiedlich zu sein, er möchte am liebsten montags den Fernsehfilm der Woche schauen, dienstags allein sein und mittwochs mit ihr Backgammon spielen...sie möchte ausgehen, tanzen, in die Oper, in Konzerte und findet, 2 Abende in der Woche zuhause zu verbringen ist fast schon zuviel. Das ist für ihn anstrengend, das mag er nicht, das überfordert ihn - aber warum macht er das mit? "Ach, man muss ja auch mal was machen....das ist schon ganz ok", das war seine Antwort auf meine Frage nach dem Warum.

Ich kenne ihn und weiss, dass er Dinge lange aushalten kann, weil er keine Veränderungen möchte und auch nicht allein sein will. Ja, das stimmt, bestätigte er mir... aber er ergänzte sich dann und erzählte mir, dass sein Vater auch schon so war und seine Mutter zuhause auch immer die treibende Kraft gewesen sei, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Mein Freund kannte das Muster also, er hatte es schon mal erlebt und gesehen, wie man darauf reagiert: mal abweisend, mal aber auch mitmachend, damit die Frau nicht geht.

Das machte er ja nun auch artig wieder - ich fragte ihn, was er mir denn raten würde, wenn er so ein Verhalten bei mir beobachten würde. Er sagte, ich müsse natürlich schauen, ob das, was mein Partner will, zu meinen Wünsche passt und wenn nicht, dann müsse ich gehen und weiterschauen, denn so könnte ich ja nicht glücklich werden. Meine Eltern hätten es mir doch vorgemacht, wie es nicht geht hätte ich doch gesehen.....!

Warum nur lebt er das? Warum wiederholt er dieses Muster, warum hat er überhaupt eine Freundin, die seiner Mutter so ähnlich ist?

Bei meinem Freund spielen 2 Gründe eine Rolle: zum einen möchte er nicht allein sein und zum anderen hat er sich eine Beziehung gesucht, die für ihn vertrautes Gefilde darstellt. Diesen Umgang kennt er, der macht ihn nicht glücklich, aber damit kann er umgehen, das hat er zuhause gesehen und gelernt. Er lebt quasi das Leben seiner Eltern fort, das, was ihm seine Eltern vorgelebt und vermittelt haben. "Frau und Mann sind nun mal verschieden, einer muss immer in den sauren Apfel beißen"befolgt er auch in seiner Beziehung. Unbewusst natürlich, bis heute.

"Ja und was mache ich jetzt?" Er war ganz entsetzt, denn das bloße Wissen half ihm natürlich auch nicht weiter.

Wenn ich merke, dass ich Botschaften, Glaubenssätze oder Muster übernommen habe bzw. nachlebe, dann schaue ich sie mir genau an und gucke zuallererst, wer was gemacht oder gesagt hat und inwiefern ich diese Botschaften/Muster heute noch artig befolge bzw. nachlebe. Dann schaue ich, was ich tun würde, wenn ich sie nicht so gelernt hätte. Finde ich sie gut, möchte ich sie leben oder kann ich andere, meine eigenen Verhaltensweisen entwickeln? Wenn ich ein Kind hätte, würde ich diese Botschaften oder Muster meinem Kind vermitteln? Wenn nicht, was dann?

Mein Freund sagte, nie und nimmer solle sein Kind das so machen - und bemerkte, dass er dann auch für sich anders handeln müsse, wenn er seine Bedürfnisse in einer Beziehung befriedigen und authentisch leben möchte.

Ich hoffe und glaube , wenn wir uns in einem Jahr wieder darüber unterhalten, wird er mir nicht mehr dasselbe erzählen... .ich bin sehr gespannt!







Dienstag, 24. November 2009

Healthy behaviour

Every day is a new day with a new chance....to sleep..so I will keep it short..it´s my English day, you know it already now.

Today everything´s fine, in addition to my English day I had healthy day, that means:
I behaved very healthy:

I ate and drunk only really healthy food and drinks, organic food with all nutritions I need
I went for a walk three times to get as much fresh air a possible
I did my gym and afterwards a peeling for my body and face
and now I went to bed to get a little more sleep as usual.

It feels good to think about the things I eat, drink and do!


Montag, 23. November 2009

Gehirntraining

Eine neue Woche und diesmal ist es eine ganz besondere Woche - Pippa wird 1 Jahr alt!! Der erste Geburtstag ist ein ganz besonderer, da läuft alles noch mal Revue ab, die letzen Stunden vor der Geburt, die Geburt, das erste Mal den kleinen Schatz sehen, die Entwicklung im Laufe des Jahres bis heute - für mich eine rührende Erinnerung und die Mütter, die ich kenne, bestätigen das.

Und nun ist sie da und ohne sie wäre mein Leben, unser Leben, gar nicht vorstellbar - obwohl es vor einem Jahr noch so war. Sie macht es komplett, sie macht uns ganz. Und heute vor einem Jahr wussten wir noch nicht mal, wie sie aussieht - ein Wunder! Mit der Sekunde ihrer Geburt war sie da und gehörte dazu, ich finde es nach wie vor unglaublich, welche natürlichen Mechanismen da einsetzen und wirken.

Tja, und das erste Jahr ist um, die Glückshormone normalisieren sich so langsam, auch die Mutter wird nun wieder normal und schwebt nicht mehr nur über der Erde. Gott sei Dank produziert mein Körper auch so genug positive Gefühle, der Wechsel ins normale Leben ist damit nicht so hart, ich kann immer noch getragen von Optimismus und Emotionen den Alltag von seiner schönsten Seite sehen.
Das ist ein echtes Glück und ich bin dankbar dafür.

Und es ist nicht selbstverständlich, denn heute sprach ich mit einer Freundin, die die Dinge eher schwierig sieht und interessant ist, wie sich diese Sicht der Dinge dann durch alle Gespräche zieht. Wir sprachen über Schulen und besondere Schulformen, sie fegte alle Möglichkeiten vom Tisch, nein, es gibt gar keine Spezialschulen mehr, der Staat will sparen, die werden abgeschafft. Uff. Wir sprachen über Lehrer von unseren großen Jungs, ich lobte die Herzlichkeit und Lebensnähe unserer Klassenlehrerin, sie sah in dem Gesamtapparat eher ein Problem, auf dem der persönliche Kontakt verloren gehen muss. Puh. So ging es weiter, egal welche Themen wir anschnitten, ich versuchte ein paar Mal positive Akzente zu setzen, aber ohne Erfolg. Sie war voll auf ihrer negativen Schiene und ich hatte keine Chance dagegen zu wirken.
Schade ist, dass das oft so ist, dass sie mittlerweile so auf dieses Negativdenken eingeschossen ist, dass seltenst andere Denkweisen auftauchen. Sie hat dieses Denken trainiert und hat diese Sicht der Dinge damit - leider - erfolgreich einstudiert.

Das kommt, weil für deprimierende, angstauslösende und negative Denkweisen bestimmte Hirnregionen verantwortlich sind, die ich mit jedem Gedankengang in diese Richtung aufs neue anrege und stärke. Sprich, wenn ich oft so denke, dann erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, dass ich immer öfter so negativ denke, einfach weil ich in meinem Gehirn den Nährboden dafür bereite. Und wenn ich oft negativ denke, dann denke ich entsprechend weniger positiv - für positives Denken sind aber wiederum andere Hirnregionen zuständig, die ich damit automatisch vernachlässige. Die schlechte Nachricht ist, ich kann so negative Denkweisen manifestieren - die gute ist, ich kann die gegenteilige Hirnregion immer wieder anregen und aktivieren. Das heisst, wenn ich merke, dass ich dazu neige, Dinge eher als problematisch und schwer zu bezeichnen, kann ich bewusst mit positiven Gedanken für ein Gleichgewicht im Gehirn sorgen.

Wenn wir uns das nächste Mal sehen, werde ich das mal versteckt anregen...durch Gespräche über schöne Dinge, wie den ersten Geburtstag, die erste Geburtagsfeier oder andere schöne Dinge rund um....na, da wird mir schon was einfallen!



Sonntag, 22. November 2009

Blickwechsel.

Ein echter Sonntag. Erst Frühstück mit einer Freundin und allen kids, dann ein Spaziergang und dann - wie neuerdings immer (öfter) - das Sonntagnachmittag-Lernprogramm. Aber Otis war gut und konzentriert, es klappte gut....so dass wir wie geplant noch etwas Zeit für Kultur hatten.
2 Freunde, ein Künstlerpaar, machte eine Art Tea Time, eine Ausstellung mit ihren letzten Werken und Neuentwicklungen. Die beiden reisen für einige Zeit durch eine Region, lassen sich inspirieren und setzen das dann in Skulpturen, Bildern und Objekten um. Otis murrte erst, befürchtete, dass es langweilig wird und auch ich war nur zur Hälfte motiviert, es nieselte und auf dem Sofa wäre es auch schön gewesen. Aber ich hatte den beiden versprochen zu kommen und war auch neugierig, was sie gemacht haben, also los ging´s.

Und es war toll, es war wie ein Abtauchen in eine andere Welt. Asien, genauer Vietnam war Inspiration für die Gemälde - und die waren so schön und so intensiv, in Farben - ich ahnte, wie es dort war. Das Ganze war in einer Bel Etage in Szene gesetzt, die Räume waren aufwendig gestaltet: jede Lampe, jedes Tischchen, jeder Hocker und jedes Glas passte und trug zu dem Gesamtkunstwerk bei. Das Neueste, was die beiden machen, sind Tapeten alias Wandvorhänge, die sie malen und an der Wand abhängen. In gold, in silber, mit Motiven, mit Mustern - einfach schön. Ich begann das sofort für meine Wohnung zu planen, wo würde das passen, welches Muster - na, ich habe schon eine Idee. Selbst Otis war begeistert, weil es eben nicht nur Bilder gucken, sondern ein Erleben von Bildern war. Er trank mit Tee, schaute sich um, suchte sich sein Lieblingsbild und war trotz Kunstausstellung sehr zufrieden.

Als wir gingen, war ich froh, dort gewesen zu sein. Weil Kunst in allen Formen einen Blickwechsel initiiert, weil sie inspiriert und den Radius größer macht. Sie zeigt was geht, sie zeigt, wie es woanders ist, sie zeigt, wie andere leben, denken, sich ausdrücken. Sie bricht einfach mit dem Herkömmlichen und öffnet Horizonte. Wir gehen viel zu selten in Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen - obwohl ich jedes Mal dieses Gefühl der Bereicherung habe.
Deshalb habe ich mir vorgenommen, ab jetzt mindestens 1mal, gern aber auch 2mal im Monat irgendetwas kulturelles zu tun. Das macht das Becken, in dem ich schwimme, einfach größer. Und das finde ich gut.

Samstag, 21. November 2009

Verzeihen befreit.

Samstag, ausschlafen - so gut es geht mit Baby-Pippa, aber heute ging es genial - bis 11 Uhr, mit Wach-werden zwischendurch, aber immerhin. Frühstück, baden und dann raus, der blaue Himmel, all die Samstagseinkäufer und die Wochenend-2do´s lockten! So gingen wir auch einkaufen und ließen uns mit den anderen Shoppingfreunden treiben, als ich meine Freundin Karina traf, die das gleiche tat wie wir. Und was macht man, wenn sich samstags beim Shoppen trifft? Man trinkt einen Coffee zusammen, genau. Gesagt, getan und in kürzester Zeit waren wir beide up to date was bei der Anderen alles passiert war.

Karina ist verheiratet, schon urlange, das heisst länger als 15 Jahre (ja, das gibt es noch!) und sie hat zwar keine Kinder, aber diverse Tiere und Jobs, eine echte Multitasking-Frau, obwohl ich nicht mehr sicher bin, ob es das tatsächlich gibt. Aber dazu schreibe ich an einem anderen Tag.
Karina hat eine beste Freundin, die ich auch gut kenne - leider herrscht seit 1 Jahr Funkstille zwischen den beiden, weil ihre Freundin sich bei einem Streit verletzend verhalten hat. Das hat Karina ihr so übel genommen, dass sie sich seitdem nicht mehr gesehen haben. Für mich ist das absolut unverständlich, denn die beiden waren so eng wie 2 Schwestern, alles wurde geteilt und ich war mir damals nicht wirklich sicher, wer Karina näher stand, Karina´s Mann oder diese Freundin.

Karina erzählte mir also, was in ihrem Leben gerade so los war und ich erzählte ihr von meinen Dingen, alles war gut und es tat gut, sie zu sehen, denn Karina versprüht einen Elan, der ansteckend ist. Trotzdem stand ein großer Elefant im Raum über den aber nicht gesprochen wurde. Naja, ein Elefant ist nur leider zu groß, um übergangen zu werden und ich wollte nicht, dass wir um den heißen Brei herum reden und beide so tun, als ob der Elefant nicht da ist.
So sprach ich sie auf ihre Freundin Marie an, fragte, ob sie sie gesehen habe und was es Neues gäbe. Hhm, falsche Frage - unwirsch wurde ich weggefegt, es gab also nichts Neues und augenscheinlich nichts Positives zu berichten.
Im Gegenteil, Karina´s Gesicht wurde hart, ihre gute Ausstrahlung verschwand, von Elan nichts mehr zu spüren. Stattdessen waren Kälte, Abweisung und Starrheit spürbar, die ganze positive Energie war weg.

Ich sprach sie darauf an und fragte sie, ob sie denn schon mal an eine Versöhnung mit Marie gedacht habe.
Das wollte sie nicht hören, im Gegenteil, sie sagte, da wäre nichts mehr zu machen, sowas könne man nicht verzeihen - all die Dinge, die sie so verletzt hätten, dass sie keinen Schritt auf sie zu gehen könnte.

Wer nicht verzeiht, der hält den Groll, die Wut, die Verärgerung und leider auch die Verletzung in sich. Das Aufrechterhalten der feindseligen Stimmung vergiftet den Körper und die Seele von innen, denn um meinen Ärger aufrechtzuerhalten, muss ich mir immer wieder ins Bewußtsein rufen, was passiert ist. Das heisst, ich werde immer wieder an diese Verletzung erinnert, ich pflege sie quasi, weil ich sie brauche, um meine nicht-verzeihende Position zu halten. Nicht zu verzeihen bedeutet, das Schlechte präsent halten, dem Guten, Neuen keine Chance geben. So kann ich keine Verletzung verarbeiten, so kann sich die Wunde nicht schließen.

Karina meinte, dass ihr Vertrauen kaputt wäre - ja, das mag sein, das hat auch erstmal nichts mit Verzeihen zu tun. Ob und wie ich die alte Beziehung dann wieder herstelle, ist ein zweite Frage. Zuallererst beende ich mit der Verzeihung einen aktiven Streit, ich mache Platz für einen Neuanfang, ein gemeinsames Verarbeiten und für neue, vielleicht sogar positive Erlebnisse mit diesem Menschen. Und das Wichtigste, ich beende mein aktives Grollen, ich gehe in anderes Stadium, die akute Verletzung wird Vergangenheit. Das muss nicht bedeuten, dass sie weg ist, aber es bedeutet, dass ich sie mit Abstand betrachten und schauen kann, was ich brauche, um sie zu heilen.
Wenn ich nicht verzeihe, darf sie nicht heilen, nur mit dieser Verletzung bleibt mein Groll aktiv. Das allerdings bedeutet Stillstand und schlimmer noch, das bedeutet permanent ein schlechtes Gefühl.

Karina kannte wohl dieses schlechte Gefühl, offensichtlich dachte sie oft an ihre Freundin und damit oft an ihren Streit. Das wollte sie nicht, sie sagte sogar, sie wünschte sich, dass sie den Streit ad acta legen könne - wußte aber nicht wie. Sie sagte, Marie habe schon des öfteren versucht, sich bei ihr zu entschuldigen, sie habe das aber nie angenommen - vielleicht wäre es doch eine gute Idee, ihr einen Brief zu schreiben und die Entschuldigung anzunehmen? Allein durch diese Frage erschien sie schon gelöster, ich spürte die Veränderung in ihr - wie erleichtert kam sie mir vor.

... eben habe ich eine Mail von ihr bekommen, sie hat den Brief geschrieben. Karina meinte, sie habe zwar noch nichts von ihrer Freundin gehört, aber das sei auch erstmal egal, sie würde sich tatsächlich viel besser fühlen, irgendwie befreit....

Freitag, 20. November 2009

A little, wonderful evening!

Today´s English day and...tonight is my night. I am alone, Otis stays with a friend, Pippa is fallen asleep. A beer, some chocolate, a video, some words in my blog - and now I am tired, great. After a day full of sound of children, music, people, traffic outside and work - this silence is wellness for my soul. And sleeping early will be really good, so, see you tomorrow!

Donnerstag, 19. November 2009

Mein Energiekonto

Jeder von uns kennt das wohl: Wir haben ganz viel zu tun und erledigen unsere Aufgaben - immer wieder täglich aufs Neue. Viele Dinge, die wir tun, geschehen ganz automatisch, sie gehören dazu und ich hinterfrage sie auch gar nicht. Ich habe das jetzt mal getan, denn ich merkte, dass ich chronisch müde und erschöpft war und das konnte nicht nur an meinem späten-schlafen-gehen liegen. Ich habe mich ein paar Tage selbst beobachtet und geschaut, was sind eigentlich Energiegeber und was sind Energiefresser in meinem Leben. Wie sind sie verteilt und wie oft kommen sie vor?

Und siehe da, ich stellte fest, dass ich sehr viele energieraubende Dinge am Tag tue, dass es rein energiespendende Dinge gibt und auch gleichzeitige Energieräuber und -spender wie Kinder oder Job. Vieles, was mich am Tag Kraft und Energie kostet, lässt sich nicht ändern, es gehört zum Tag dazu und ich möchte das so weitermachen, weil es mir sinnvoll erscheint. So könnte ich zwar Otis Hausaufgaben in der Schule machen lassen, möchte aber lieber ein Auge darauf haben, weil ich denke, dass ich ihm noch mal entscheidende Anstöße geben kann, die er dort nicht bekäme. So ist das Spielen mit Pippa manchmal auch anstrengend, trotzdem soll das zuhause passieren und nicht in einer Krippe oder sonst wo.

Ich habe auch gemerkt, dass mein Konto nicht immer ausgeglichen ist, weil einfach ein paar energiespendende Dinge fehlen. Selbst wenn ich weniger energieraubende Dinge tun würde, ich muss noch gezielter etwas für mich tun, um aktiv Energie für mich zu gewinnen.

Damit habe ich dann heute begonnen. Sprich, ich schaute mir heute morgen an, was alles anliegt und plante dann schon Energietankstationen ein. Und das möchte ich variabel von Tag zu Tag tun, weil jeder Tag anders ist und ich täglich schauen möchte, was ich konkret für mich tun kann.

Ich habe mir heute morgen vorgenommen, entweder tagsüber zu schlafen oder früher ins Bett zu gehen, ich habe mir gezielt eine Stunde frische Luft verordnet und ich habe geschaut, was mir heute, voll verplant von vorne bis hinten, zusätzlich Energie geben könnte.

Hat alles geklappt und als zusätzlichen Energiegeber habe ich mir einen kinderfreien Abend geschaffen, der wirklich mir gehört. Um 20.15 Uhr war selbst Otis im Bett und der Abend gehörte einmal voll und ganz mir, keine Haushaltsdinge, keine Pflichten mehr, nur noch die Kür.

Mal schauen, was ich morgen für mich tun kann, wie die Energietankstellen dann aussehen - da freu ich mich schon richtig drauf! Am Ende kann ich noch ein Energiesparbuch eröffnen.....



Mittwoch, 18. November 2009

Gut gemeint ist schlecht behandelt.

Es regnet, ich bin zu faul rauszugehen, weil es zu ungemütlich und hier mit Tee einfach schöner ist. Heute morgen habe ich mich mit meinem ehemaligen Kollegen Falk getroffen, er hatte ein Problem im Job und wollte meine Meinung dazu hören. Na, ich glaube, danach hätte er das gern revidiert, aber da war es zu spät.

Er hat einen Kollegen, der sich sehr für seine Kunden einsetzt: Er macht Überstunden, damit die Arbeit noch fertigt wird, er fährt auch extra noch mal in die Druckerei, um zu schauen, ob die Produktion richtig läuft - kurz, er macht einiges über seine Aufgaben hinaus, was er gar nicht tun müsste. In letzter Zeit fiel Falk auf, dass sein Kollege ziemlich müde und fertig ist, mittags ging er nicht mehr mit essen, sondern zog es vor, allein im Büro zu bleiben und sich auszuruhen. Falk schob das alles auf die Mehrarbeit und sprach ihn irgendwann darauf an.

Bis dahin fand ich das ok, aber der Kollege hat wohl sehr abweisend reagiert, wollte gar nicht mit Falk darüber sprechen und beendete entsprechend nach kurzer Zeit die Unterhaltung. Falk fühlte sich vor den Kopf gestossen, war verärgert und sagte zu mir: "Ich habe es doch nur gut gemeint, aber wenn er nicht will...."

Da horchte ich auf, denn gut-meinen kann riskant sein. Gut-meinen ist ein No Go, denn was vermeintlich positiv für den anderen gedacht ist, ist in Wirklichkeit doch eine Entmündigung, ein Nicht-ernst-nehmen und auch ein dem anderen Nicht-zutrauen für sich selbst zu sorgen.

Warum? Wenn Falk seinen Kollegen gefragt hätte, ob er sich überarbeitet und verausgabt, weil er sehr erschöpft wirkt, dann wäre das ok und gut gewesen. Der Kollege hätte darauf eingehen können, wenn er gewollt hätte. Falk hat aber scheinbar ohne zu fragen gesagt, dass der Kollege sich so, wie er arbeitet, offensichtlich überfordern würde und er unbedingt kürzer treten müsse, wenn er noch ein paar Jahre durchhalten wolle. Ich verstehe Falk, klar "meinte er es gut", aber er stellt sich mit so einer Aussage über seinen Kollegen: Er weiss wie man richtig arbeitet und sich nicht überfordert und teilt das ungefragt mit. Damit fühlt sich der Kollege übergangen, nicht ernst genommen und bevormundet - obwohl es vermeintlich nur gut gemeint war.

Wenn ich dem anderen Gutes tun will, dann bleibe ich bei mir, sage was mir auffällt und frage ob das stimmt - mehr nicht. Mein Gegenüber ist in der Regel erwachsen genug, um dann um Hilfe zu bitten oder um einen Rat, wenn er das nicht tut, dann darf ich ihm meinen Rat auch nicht aufdrängen, auch wenn ich glaube, es besser zu wissen. Das bedeutet Respekt und Wertschätzung meines Gegenübers, das lässt dem anderen die Wahl, nur so wird er nicht überfahren.

Das war für Falk eine harte Nuss, aber er hat es dann verstanden - und ich glaube, so schnell wird er es nicht mehr gut meinen mit jemand.





Dienstag, 17. November 2009

Was mich am anderen stört, hat immer auch mit mir zu tun.

Heute habe ich mich aufgeregt. Über einen Freund, na, Bekannten, der sich so wichtig nahm, der sich so leid tat, der sich so sehr in den Mittelpunkt stellte, dass ich echt fast geplatzt wäre. Es fing an mit einem Spontankaffee, eigentlich eine gute Idee, aber es kam dann ganz dicke. Er erzählte mir von einem Unfall, den er gehabt hat, den er verschuldet hat, weil er irgendwas anderes im Wagen gemacht hat - und wie weh ihm nun seine Schulter tut und dass er sofort im Job Bescheid gesagt hätte, dass er heute nicht mehr käme, weil er unbedingt seine Schulter schonen müsse, um morgen wieder fit zu sein. Eine Präsentation musste nun ohne ihn fertig werden, aber so what. So weit ok, es ging aber leider weiter. Oder nein, es begann noch anders.

Der Kaffee, den er wollte, war ihm zu groß, er wollte eine Größe kleiner (hatte er allerdings leider nicht so bestellt) und machte so lange rum, bis die Dame hinterm Tresen ihm nicht seinen in einen kleineren Becher umschüttete, sondern einen neuen machte. Das Ganze, obwohl mittlerweile 6 Leute hinter ihm standen, aber das störte ihn nicht. Dann kam erst die Unfallgeschichte.

Nach der Unfallgeschichte erzählte er mir von seiner Freundin mit der er seit knapp 1 Jahr zusammen ist und nun auch seit ein paar Monaten eine Wohnung teilt. Teilen ist wohl zuviel, denn er bestimmt scheinbar, wie was zu laufen hat: mit offenem Fenster direkt im Zimmer kann er nicht schlafen, wenn er Zug bekommt....sie hört wohl morgens gern Musik, aber das ist ihm zuviel, er hat es gern leise, also muss sie ihren iPod aufsetzen oder aber bis zum Auto warten. Okay..... er erzählte mir dann noch von der neuen Raumaufteilung im Büro und dass er solange protestiert hat, bis er dann doch den erwünschten Platz bekommen hat. Aber da hörte ich schon gar nicht mehr richtig zu. Ich hörte nur ICH ICH ICH und es machte mich wütend. Mann, sah der Typ außer sich selbst eigentlich noch irgendetwas anderes?

Wir tranken den Kaffee aus und danach trennten sich unsere Wege wieder, nicht ohne, dass er mich daran erinnerte, doch mal für ihn bei einer Freundin nach einem bestimmten Anwalt zu fragen...

Ich war echt genervt auf den Typ, musste mich erstmal schütteln ob dieser Egozentrik...aber irgendwann kam ich zur Ruhe und begann zu denken.

Wenn mich am anderen etwas stört, hat das immer mit mir zu tun.

Das habe ich mal gelernt und obwohl ich das erst nicht wahrhaben wollte (der Typ spinnt total, da habe ich gar nichts mit zu tun...) reflektierte ich natürlich doch, was daran denn mein Anteil war. Denn er kann ja ICH sagen und leben soviel will, warum rege ich mich so darüber auf?

Weil ich es mir selbst verbiete. Weil ich rücksichtsvoll, nachgiebig, nachgebend bin, weil ich meine eigenen Interessen nicht so vehement durchsetze wie er, weil ich schaue wie es den anderen dabei geht und meine eigene Interessen dafür zurücksetze, wenn ein anderer deshalb Nachteile erleiden könnte.
Und das macht mich wütend: Ich reiße mich zusammen und verzichte auf das Durchsetzen meiner Bedürfnisse und dieser Egoist stellt sich gnadenlos in den Vordergrund und nimmt sich, was er kriegen kann. Und das nahm ich ihm übel.

Ein Zeichen, dass ich scheinbar manchmal zu kurz komme durch meine Rücksicht oder mein Zurückstecken. Denn wenn das für mich vollkommen in Ordnung wäre, würde ich mich darüber nicht so aufregen. Und ich weiss auch, wann ich zu nachgiebig bin. Wenn ich selbst Unannehmlichkeiten habe, weil ich zu rücksichtsvoll bin. Ich übernehme zum Beispiel eine Aufgabe, obwohl ich gar keine Zeit habe, nur damit der Fragende entlastet wird. Das ist Rücksicht auf meine Kosten. Ich hetze und mache das dann, ärgere mich aber im Prinzip über mich selbst, dass ich das auf mich genommen habe anstatt es dem anderen zuzumuten.

Mein Bekannter tut das, der sorgt für sich und hat mir schön vor Augen geführt wie das gehen kann.
Ich werde mich dabei jetzt auch genauer beobachten und schauen, wann meine Rücksicht oder mein Mich-Zurückstellen ok ist oder wann es auf meine Kosten geht.

Von daher danke ich meinem lieben Egoisten-Bekannten für diese Lehrstunde, da wäre ich allein nicht so schnell drauf gekommen. Gracie mille, egoista!


Montag, 16. November 2009

Manchmal ist es gut, nicht mitzuspielen....

Ich habe eine Bekannte, die ich alle Jubeljahre mal treffe, heute wußte ich wieder warum. Ich war mit Baby-Pippa spazieren und ich schob so durch den grauen Novembertag als ich sie im Park traf. Großes Hallo, was für eine Freude, ach, dass wir uns aber auch immer zufällig treffen, wir könnten uns doch mal verabreden.....das übliche Begrüßungszeremoniell, um dann nachfolgend den aktuellen Stand auszutauschen. Sie erzählte von ihren letzten Wochen in denen sie wohl relativ häufig unterwegs war und dass sie nun dringend einen Gang runter schalten müsste. Ich berichtete von unserer neuen Zeit, Otis auf dem Gymnasium, ich, die ich nun wieder Arbeit und Pippa und Otis unter einen Hut bekommen möchte - und da ging es auch schon los.
"Du bist doch komplett verrückt, warum arbeitest Du denn???? Du kannst doch wirklich jetzt erstmal aufhören, also, wenn ich Du wär, dann würde ich mir......" Sie stellte mich als den kompletten Volltrottel dar, als wenn mein Wunsch nach Arbeit und weiterer geistiger Betätigung einem reduzierten IQ, Mütterwahnsinn und Stilldemenz - und das alles auf einmal - entsprungen wär.

Ich kenne ihre Einstellung schon. Sie meint, ich solle doch nun mein Mutterdasein pflegen und mich voll und ganz Baby-Pippa und dem groß-werdenden Otis widmen, weil beide auf ihre Art mich sehr nötig brauchen würden. Das letzte Mal, als wir uns getroffen haben, war das auch schon Thema. Da habe ich argumentiert, erklärt und mich fast schon gerechtfertigt, nein, ich habe mich dafür gerechtfertigt, dass ich wieder in den Job zurück will. Sie fand meinen Wunsch offensichtlich total überzogen, unterstellte mir Erfolgsdruck und die Suche nach Selbstbestätigung - kurz, ich bin mit einem sehr schlechten Gefühl aus dem Gespräch gegangen, weil das keine Unterhaltung, sondern ein Monolog mit nicht gehörten Einwürfen von mir war.

Als es heute wieder los ging, also, "wenn ich du wär etc. ....". - da schluckte ich meinen Ärger über sie herunter und dachte mir, dass ich ihr heute die Tour vermasseln werde. Ich ließ sie also erstmal reden und dann, als sie fertig war, sagte ich: " Mensch, Du hast Recht, ich bin echt total bescheuert! Wie gut, dass wir uns sehen, denn ohne Dich wäre ich voll in meine Ehrgeizfalle gerutscht - danke, dass Du mir sagst, wo ich wirklich gebraucht werde und was ich tun soll. Manchmal ist man ja blind für die wirklich wichtigen Dinge im Leben und ich habe scheinbar überhaupt nicht erkannt, was jetzt gerade wichtig ist. Stell Dir mal vor, was mit Pippa und Otis hätte passieren können, wenn ich wirklich wieder arbeiten würde, gut, dass Du mir das noch mal so deutlich sagst!"

Ich habe sie dabei ganz freundlich angeschaut, mit einem Lachen im Gesicht, ohne Sarkasmus, sondern eher mit einer Portion Humor.
Sie stockte, guckte mich total verdutzt an - und sagte dann nur noch "ja, schau doch einfach mal, was am besten für dich ist..." und wechselte das Thema.

Es hat funktioniert. Ich habe geschafft, nicht auf meinen Ärger zu reagieren, sondern total paradox zu reagieren, also genau gegenteilig zu meinem Gefühl und auch paradox gegenüber ihren Erwartungen. Da war sie nicht drauf gefasst, das konnte sie auch nicht wechseln. Klar, ich habe ihr Spiel unterbrochen, denn habe nicht mitgespielt und bin auf das, was sie sagt nicht in gewünschter Weise eingegangen.

Warum habe ich das getan? Von dem letzten Gespräch wusste ich, dass sie mir nicht wirklich zuhört, dass sie auch gar nicht wissen will, warum ich wieder arbeiten möchte. Nein, sie war total bei sich und sah nur ihre Argumente und ihre Meinung, für mich also komplett verlorene Liebesmüh, darauf zu reagieren. Würde ich regieren, (und ihr Spiel mitspielen), bliebe ich am Ende mit einem schlechten Gefühl zurück. Das wollte ich dieses Mal auf keinen Fall, denn mir war klar, es geht ja gar nicht um mich, sondern um sie und ihre Meinung. Und mit jedem Gegenargument von mir würde ich ihr mehr Raum für ihre Meinung gegeben. So geht das Spiel, eigentlich ganz einfach. Nur blöd, dass ich dabei nur verlieren kann. Nein, das wollte ich nicht mehr, keine Lust auf Spielchen und unnötige schlechte Gefühle.

Also bestätigte sich sie total und nahm ihr damit den Wind aus den Segeln. Das Gespräch war dann auch schnell zu Ende und das Schönste war: ich ging mit einem Schmunzeln weiter.....anstatt mit einem Kloß im Bauch!






Sonntag, 15. November 2009

Auftanken geht auch zwischendurch.

Es ist Sonntagabend und ein schönes Wochenende liegt hinter mir. Heute haben wir den ganzen Tag entspannt, gespielt, gelernt, herumgelungert. Das war gut zum Auftanken und wird bestimmt auch morgen noch nachwirken. Aber, wir alle wissen wie schnell der Tank wieder leer sein kann, ein bißchen Stress, ein wenig Ärger, ach, die üblich Hektik reicht schon, um uns wieder in den Strudel und in das Erschöpft-sein zu bringen. Und die meisten von uns haben dann ja nicht einen ganzen Tag Zeit um sich wieder zu erholen, ja, manchmal steht noch nicht mal eine Stunde zur Verfügung. Doch das muss nicht heißen, dass wir uns durch die Woche schleppen müssen, es gibt auch Möglichkeiten, sich zwischendurch zu entspannen, 2-5 Minuten reichen schon um einmal die Reset-Taste zu drücken. Das geht am Schreibtisch, das geht beim Laufen, das geht im Auto, wichtig ist, dass ich bewusst für ein paar Minuten aus meiner Situation heraustrete.

Am Schreibtisch setze ich mich zum Beispiel einfach mal zwischendurch hin und lasse alles hängen: die Arme, den Kopf, den ich zusätzlich noch kreisen lasse; die Beine strecke ich aus und die Augen schließe ich, stelle mir eine schöne Umgebung vor und atme ganz langsam und tief. Diese Übung löst chemische Veränderungen im Blut aus und hat damit einen wirkungsvollen Einfluss auf unser Nervensystem. Das mache ich alle 2-3 Stunden, und es tut Seele und Körper gut, ich in abends nicht so gestresst und habe vor allem nicht das Gefühl, dass ich verspannt bin. Danach kann ich mich in der Regel viel besser konzentrieren, ich bin aufgefrischt und viel wacher als vorher.

Was mir morgens oder einfach so mal einen Energiestoß gibt, ist lautes Singen im Auto. Früher habe ich immer wie wild gezappt um in einem der Radiosender irgendein schönes Lied zu finden. Meist war ich am Ziel und habe nicht einen Titel durchgehört. Jetzt habe ich mir auf meinem iPod meine Favourites geladen und schaue, auf welches ich gerade Lust habe. Das Mitsingen macht mir total gute Laune, ja, ich bekomme ein richtiges Glücksgefühl und es pusht mich hoch - wenn ich dann aussteige oder aber losgehe (zu Hause mache ich das auch), dann habe ich richtig Elan. Früher habe ich das auch beim Spazieren gehen gemacht, aber da mein Spaziergang meist mit Pippa´s Kinderwagen verbunden ist, geht das nur noch, wenn sie schläft - und lautes Mitsingen ist auf offener Strasse auch nicht so ganz mein Ding....

Ich gehe auch manchmal einfach eine Runde um den Block, das dauert bei mir genau 3,5 Minuten. Danach habe ich frische Luft geschnappt, hatte einen Break und kann wieder mit neuem Blick weitermachen.

Bei allen Breaks, die ich mache, ist mir wichtig, dass ich es schaffe, meine Gedanken zu unterbrechen. Das geht auch mit 5 Seiten lesen, aber da möchte ich dann weiterlesen und das kann auch kontraproduktiv sein. Alles, was es mir ermöglicht, ganz kurz auszusteigen, mich auf mich zu besinnen, mich kurz anders, selbst zu spüren, alles das ermöglicht mir zu entspannen und meinen Energiespeicher wieder aufzuladen.

Morgen früh zum Beispiel fahre ich eine halbe Stunde Auto, da freue ich mich jetzt schon auf meine Musik. Mein Energiespeicher ist zwar gut gefüllt, aber ein kleines Zusatzpolster kann nicht schaden!




Samstag, 14. November 2009

Prinzipien sind keine guten Ratgeber!

Ich schreibe ja jeden Tag hier über die Chancen, die uns das Leben so täglich bietet....und jeden Tag scheiben könnte tatsächlich prinzipiell sein, wenn ich es aus Prinzip tun würde. Aus Prinzip heisst, nach Regeln, die ich mir selbst auferlegt habe, zu handeln. Streng danach handeln, diese Regeln befolgen. Aber das möchte ich nicht, das ist stumpf.

Nein, ich hinterfrage mich immer wieder aufs Neue: Will ich das wirklich, ist das notwendig, tut mir das gut, macht das jetzt Sinn.....und wenn ich diese Fragen für mich mit JA beantworte, dann folge ich meinen Regeln, wenn nicht, dann erlaube ich mir auch meine Prinzipien zu brechen. Ich habe heute 7 Stunden im Zug gesessen um Baby-Pippa´s Großeltern zu besuchen...es ist 22.30 Uhr, ich bin müde, und deshalb....bis morgen, in alter Frische!

Freitag, 13. November 2009

Mein Partner muss nicht alles wissen.

Muss man seinem Partner eigentlich alles erzählen? Ich hatte heute eine interessante Diskussion mit einer Freundin, die fand, dass zu einer guten Beziehung auch absolutes Vertrauen und Verständnis gehört. Sie hatte ein Trostgespräch mit ihrem Ex, dass ihr ziemlich nahegegangen war und da ihr jetziger Mann auf diesen Verflossenen leicht allergisch reagiert, hat sie ihm nichts davon erzählt, was sie aber wiederum befremdlich fand. Ich fand es überhaupt nicht befremdlich, denn warum muss mein Mann alles wissen, nur weil er mein Mann ist?

Sie, nennen wir sie mal Tilda, meinte, ihr Mann sei ihr Partner und sie erwarte, dass man sich in einer Beziehung über alles, was so in beider Leben passiert, austauschen können müsse. Sie wolle das sogar wissen, was ihn bewegt, was er erlebt, was er sich wünscht, was er so macht und und und.... Ich kann dem nur bedingt zustimmen, weil ich finde, dass eine Partnerschaft meinen Mann ja nicht zu meinem besten Freund, meinem Berater, meinem Versteher, sprich, zu einem offenen Buch für mich macht. Wieso muss mein Partner in alle Rollen schlüpfen, die ich in meinem Umfeld brauche?

Er ist mein Partner und wir teilen Tisch und Bett. Das bringt uns nah zusammen, schafft aber auch Raum für Empfindlichkeiten oder Befürchtungen, genau dann nämlich, wenn diese Nähe durch Einwirkungen von aussen (vermeintlich) gefährdet werden könnte. Expartner, kurzfristige Schwärmereien für andere männliche Exemplare oder einfach eine akute derzeitige Unzufriedenheit mit mir können solche Befürchtungen auslösen. Warum in aller Welt muss ich ihm das zumuten? Warum kann ich solche Themen nicht mit anderen Menschen, die mir nahestehen, teilen?

Früher war unser Sozialleben anders aufgeteilt: die Männer trafen sich um zu reden (in manchen Ländern tun sie das heute noch in Cafés oder anderen rein männlichen Treffpunkten), die Frauen trafen sich am Brunnen oder Fluss beim Waschen und beredeten dort ihre Sachen, die Eltern oder der Ältestenrat wurden bei schweren Fragen kontaktiert. Mann und Frau waren zusammen und kümmerten sich umeinander und um die möglicherweise vorhandenen gemeinsamen Kinder. Oft waren es zewckgerichtete Bündnisse, sehr wirtschaftlich geprägt. Für alle möglichen Fragestellungen des Alltags gab es alle möglichen Ansprechpartner, der eigene Mann war aber oft gar nicht der, der ins Vertrauen gezogen wurde.

Das ist lange her, heute leben wir völlig anders und trotzdem glaube ich, dass diese Rollenteilung teilweise ganz gesund ist und Beziehungen auch sauber hält. Warum muss ein Partner heute in alle Rollen schlüpfen? Warum muss er alles erfüllen? Nur weil wir jetzt Wasch- und Kaffemaschinen zuhause haben, muss das doch nicht heißen, dass soziale Gefüge überflüssig sind. Ich glaube, dass es Themen gibt, die ich sinnvollerweise mit meinem Mann bespreche und welche, die nicht. Wenn es ihn und unsere Beziehung nicht betrifft, dann darf ich manche Dinge durchaus auch mit einer Freundin besprechen. Im Gegenteil, bevor ich seltsame Gefühle oder ähnliches hervorrufe, die völlig unnötig sind, weil sie durch nichts und für nichts entstehen, da spare ich mir doch lieber die totale Offenheit. Denn mein Mann ist mein Mann, meine Freundin ist meine Freundin und meine Mutter ist meine Mutter. Und jeder steht für besondere Themen und für besondere Fragen, manches kann ich vermischen, manches auch nicht. Manches will ich auch gar nicht vermischen, denn wenn ich alles weiss und in allem drinstecke, wo ist dann der Reiz, die Überraschung, das Prickeln, das auch jede Beziehung braucht? Wir sind ja immer noch 2 und nicht durch unsere Beziehung symbiotisch verbunden.

Tilda und ich haben da lange drüber gesprochen und sie fand es für sich zwar erst noch komisch, dass sie ihrem Partner nun nicht von dem Gespräch mit dem Ex erzählen konnte, kam für sich aber zu dem Ergebnis, dass das mit ihm und nicht mit ihr und einer etwaigen Geheimniskrämerei oder sogar Betrügerei zu tun hatte. Sie verstand, dass sie ihn vielleicht überfordern würde, dass er verletzt oder getroffen sein könnte und dass in diesem Fall ein "Nicht-erzählen" eher Schutz als "hinter-seinem-Rücken-agieren" ist.
So hat sie mir ausführlich davon erzählt, denn hier war ich tatsächlich als Freundin gefragt. Das tat uns auch mal wieder gut, so ein Freundinnenthema, denn ehrlich gesagt, habe ich mich dann auch gefreut, mal wieder etwas Exklusives mit ihr zu haben. Das ist unsers und bleibt es auch, ein schönes Gefühl.

Donnerstag, 12. November 2009

Fortsetzung zu positiven Nachrichten oder: Positives tun ist auch ein Ansatz!

Gestern habe ich nach guten Nachrichten gelechzt, heute habe ich einfach nur kurz Nachrichten gehört... das war schon mal gut, halber Weg dahin.
Dann habe ich eine Freundin besucht und Überweisungsträger gesehen, aber nicht für Versicherung, Strom oder sonstige Rechnungen...nein, da lagen diverse Überweisungsträger für wohltätige Institutionen. 10€ für die Aktion Mensch, 10€ für den Verein 4 Pfoten, 10€ für Ärzte ohne Grenzen .... auf Nachfrage erzählte sie mir, dass sie versucht, 10% ihres Einkommens zu spenden. Das geht nicht immer, weil sie selbst sparen muss und nicht immer viel hat, aber sie sagt, selbst dann spendet sie das, was geht.
Super! Ich spende auch jährlich für Ärzte ohne Grenzen und versuche darüber hinaus im Alltag meinen Beitrag zu leisten. Ich nenne das meine sog. social projects, die ich für Menschen, die es gebrauchen können, gratis oder zu einem stark vergünstigten Preis mache. Ich würde gern auch etwas Ehrenamtliches machen, habe aber gemerkt, dass ich, bedingt durch meinen Alltag, meine Unterstützung besser in meine Arbeitsstunden einbauen kann.

Für mich ist das Besondere dabei, dass ich zum einen helfen kann, das andere ist, dass ich selbst dabei sehr viel lerne, oft Tiefes erfahre und Menschen und Menschenwelten kennenlerne, zu denen ich sonst gar keinen Zugang hätte. Ich lebe in meinem Quartier, in meinem Freundeskreis, alle sind sich relativ ähnlich, klar gibt es Unterschiede, aber so richtige Ausbrecher eigentlich nicht.
Wenn ich aber z.B. ein Projekt für Langzeitarbeitslose mache oder mit Selbständigen arbeite, bei denen gerade alles still steht oder mit Künstlern ein Projekt für Strassenkinder in Südamerika durchführe, dann komme ich in eine ganz andere Welt, dann lerne ich ganz andere Einstellungen, andere Haltungen, Lebensweisen, einen anderen Umgang mit Problemen und auch andere Denkweisen kennen. Das bringt mich zum Nachdenken, das relativiert vieles Wichtige aus meiner Welt, das inspiriert mich Dinge auch mal anders zu sehen oder zu tun, das holt mich manchmal knallhart in die Realität zurück - kurzum, ich tu was und bekomme unglaublich viel dafür zurück.

Ein Freund von mir, dessen Hund gerade gestorben ist, hat vor 2 Wochen einen Lehrgang zum Hundeausführer für Tierheimhunde mitgemacht, um am Wochenende dort zu helfen. Eigentlich war es Eigennutz, um den Verlust von Bob besser verarbeiten zu können, jetzt erzählte er mir, dass er dort völlig verschiedene Leute trifft und das für ihn eine Auszeit von seinem Alltag sei. Den Hunden tut es gut, ihm scheint es supergut zu tun - auch er gibt und bekommt. Davon angesteckt wollte selbst Otis nun ins Tierheim gehen und fragen, ob er dort etwas tun kann - das finde ich super, denn ich bin sicher, auch er wird merken, er hilft und bekommt dafür etwas zurück.
Mal schauen, vielleicht bekommt das ja sein Freund mit und der tut dann auch was .... diese Art der Ansteckung finde ich sehr sinnvoll!

Mittwoch, 11. November 2009

Wo gibt es ein Medium für positive Nachrichten?

Heute kommt es aber geballt. Robert Enke bringt sich um, in den Zeitungen wird Panik vor der Schweinegrippe gemacht, immer neue Tote dramatisieren die Pandemie, ich zappe aus Versehen auf Aktenzeichen XY, Verbrechen extreme, die Zeitung ist voll von Amoklauf, Rassismus, Bombenattentaten etc. Eben denke ich, nein, das ist mir zuviel, mein Gott, es gibt doch noch etwas anderes, es gibt doch auch Menschen, die Gutes, Tolles, Besonderes getan haben. Es gibt doch auch schöne Ereignisse, Verträge, Einigungen, Fortschritte, Entdeckungen.....es gibt doch mit Sicherheit soviel Positives über das auch berichtet werden könnte - aber das findet sich in Kleinstartikeln, die kaum ins Auge fallen. Die Aufmacher sind negativ und so zieht es sich durch. Ich möchte das nicht, das vergiftet mein Umfeld, meine Gedanken, meine Stimmung. Klar möchte ich informiert sein, möchte auch wissen, was in der Welt passiert, aber ausgewogen bitte schön. Es kann nicht sein, dass das Negative so überwiegt, da steckt doch System hinter - und wenn es nur ist, dass sich schlechte Nachrichten besser verkaufen lassen. Ich kaufe sie nicht mehr, ich informiere mich gezielt und suche weiter nach positiven Nachrichten... und wenn ich sie nicht finde, dann habe ich eine Idee: lasst uns einen BLOG machen, in dem wir alles sammeln, was Gutes passiert ist. Meinst du , das liest jemand? Ich würde es tun!

Dienstag, 10. November 2009

Eigenlob stink nicht.

Heute habe ich mit einer Freundin telefoniert und wir sprachen über ihren Job, der momentan gar nicht gut läuft. Sie fühlt sich gelangweilt, unterfordert und merkt, dass sie morgens keine große Lust hat, dorthin zu gehen. Sie ist schon seit 8 Jahren in der Firma, scheinbar kommt nichts Neues mehr und sie fragt sich: "Soll es das jetzt gewesen sein?" Als ich sie fragte, was sie denn gern tun würde, bekam ich keine Antwort, denn sie wußte es einfach nicht. Das Problem war, dass sie nur in den Bahnen dachte in denen sie sich gerade bewegt, und das ist natürlich eine Sackgasse. Was mir aber auffiel: ich wollte wissen, was sie denn glaubt, was zu ihr passt, was sie besonders gut kann, vielleicht könnte man ja daraus etwas machen. Ich bekam keine Antwort, sie druckste herum, sagte aber nicht wirklich etwas. Ich hakte nach, machte Vorschläge, ich finde zum Beispiel dass sie extrem klar und strukturiert denken kann, sie begreift Zusammenhänge ganz schnell und kann diese dann auf die jeweilige Situation übertragen. Und das macht sie ganz charmant, so dass selbst unangenehme Zusammenhänge gar nicht so unagenehm wirken, wenn sie sie benennt. Genauso sagte ich ihr das, aber was passierte? Sie wollte es gar nicht hören, ja, nahm es noch nicht mal an. Sie wehrte ab, andere können das auch, das sei doch nichts Besonderes, daraus liesse sich doch nicht machen - kurzum, scheinbar hat das mit ihr nichts zu tun und wenn, dann ist es total gewöhnlich. Ich fragte sie, wieviele ihrer Kollegenn diese Eigenschaft auch hätten, "na, ne, nicht diese, aber dafür haben die andere Fähigkeiten ....." nach vielem Bohren und Nachhaken gab sie zu, dass das wohl eine Stärke von ihr sei und durchaus erwähnenswert. Aber sie konnte nicht einmal sagen. "Ja, das kann ich gut!" Ich sprach sie direkt darauf an und bekam meine Bestätigung. Eigenlob könne sie sich nicht selbst geben, das wäre ihr peinlich, das hört sich komisch an, wenn sie selbst so etwas über sich sage.

Ja, wieso denn? Klar, die meisten von uns haben gelernt, sich nicht in den Vordergrund zu drängen, eher kritisch mit sich umzugehen, sich nicht zu überschätzen - alles nicht falsch, aber wenn nur das allein gilt, dann ist es falsch. Natürlich ist es gut, mich kritisch zu betrachten und zu schauen, was ich besser machen kann. Aber es ist genauso wichtig zu wissen, was ich gut kann - nicht allein deshalb, weil mir das auch oft am meisten Spass macht - sondern auch, weil ich darin am besten arbeiten, beitragen und sein kann. Wenn ich mir nicht bewusst mache, was ich gut kann, dann bleibe ich immer unter meinen Möglichkeiten, dann kann ich meine Stärken, das, was ich gut kann, gar nicht ausnutzen, weil ich es mir nicht bewusst gemacht habe und entsprechend nicht verstärke. Dann komme ich nie zu meinem Höhepunkt, dann kann ich gar nicht meine persönliche Spitze erreichen, dann werde ich nie mein persönliches Potential voll ausnutzen können. Wenn ich mir nicht sage, darin bin ich gut, dann kann ich da auch nicht richtig drauf aufbauen, dann kann ich das, was in mir steckt doch gar nicht wirklich nutzen.
Und wieso fällt es uns so schwer zu sagen, ich bin ein guter Analyst oder Zuhörer oder oder? Weil wir es nie gelernt haben.

Ich habe es irgendwann mal geübt, da habe ich zuerst am Ende eines Tages immer geschaut, was mir an dem Tag gut gelungen ist. Klar fielen mir immer zuerst die Dinge ein, die ich hätte besser machen können - aber das wollte ich da nicht wissen, also habe ich weiter geschaut. Und ich habe jeden Tag etwas gefunden und es tat mir gut, das zu erkennen. Das Eigenlob stank nicht, im Gegenteil, es hat mir gut getan. Und als ich das ein bißchen geübt hatte, fiel es mir dann auch leichter auszudrücken, was ich generell gut kann, worin ich meine besonderen Fähigkeiten sehe.... das war dann quasi der nächste Schritt. Manche finden das immer noch seltsam, wenn ich sage, ich kann das oder das gut - aber sie merken, dass ich das ganz normal ausgesproche und es im Gesprächsverlauf Sinn macht, also keine Protzerei ist, sondern wichtig im Gesamtzusammenhang. Mir tut es gut zu wissen worin ich gut bin, darauf kann ich mich konzentrieren und es für mich nutzen - und das macht mir ein gutes Gefühl, weil es mein Selbstvertrauen stärkt. Und dadurch traue ich mich dann an Dinge, die ich (noch) nicht so gut kann, vielleicht kann mich da ja verbessern.

Meine Freundin fand das erst ganz komisch, irgendwann verstand sie aber, dass sie auf ihren persönlichen Fähigkeiten Ideen aufbauen kann, dass das vielleicht die Wegweiser für eine berufliche Veränderung sind - und dann sprudelte es zwar nicht aus ihr heraus, aber es fielen ihr doch ein paar Dinge ein, die sie auch benennen konnte. Das tat ihr sichtlich gut, denn das Genervte vom Anfang des Gesprächs war auf jeden Fall weg. Sie blickte nicht mehr zurück, sie überlegte, was sie denn mit ihren Fähigkeiten machen könnte..... das war schön zu hören und zu sehen... und es stank überhaupt nicht, im Gegenteil!

Montag, 9. November 2009

Good energy makes more good energy.

Good smooth English start in a new week. Today I have started really slowly, didn´t spend much time at work, "office day", and walked with Baby-Pippa instead. She was sleeping while I was enjoying this wonderful day. It was grey? It was raining? Didn´t matter! I walked through the park and the fresh air was wonderful. Why I felt so good? The prospect of no visitors today, no date, just some phone calls, that´s it. Otis and me made a deal: we won´t have more than 2 dates each this week, rest of the time is for us, things to do at home, working, sports and so on. That is a big thing for us because normally nearly each day minimum 1 person is visiting us - today it seemed to be quite silent, just the three of us, incredible. I liked it very much, we had time to relax, to talk, Otis read his homework to me, I could really listen, we had dinner together - but the most important was: we´ve had an easy going. Accordingly was the atmosphere: peacy, funny and totally relaxed. Good basic for more good energy: I started doing my gym. Yesterday my personal trainer told me what to do and I really started today, alone and voluntarily. I am so proud. I was in high spirits because the surrounding was right. I didn´t hurry from one date to the next, I had time to do things right. Slowly, with the amount of time they need. Gym was not another duty on my schedule, no, it was fun. I liked to do it, not just another thing of my day which I had to execute. And now, it´s a great feeling. I am a little tired and ready to finish the day with my book. Earlier than the days before, there I always meant to exploit every minute of the rest of the day when the children were gone to bed. Because I mostly didn´t do anything for me in the day, so the day didn´t satisfy me and so I had to enjoy MY time in the evening from 11 to 12. It´s a little difficult to get satifaction in one hour, to be honest, it is nearly impossible - and the other side of the coin ist that I was always tired the next morning, gone to bed too late. So today it feels much better, I have cared for myself today and I am happy. With the day, with the things I have done and with a shorter evening. No need to do more. Great!

Sonntag, 8. November 2009

Ich darf mich aufregen.

Sonntag. Wir waren spazieren, wunderschön im herbstlichen Wald, die Farben, die Kälte, überall Blätter, das war schön. Bei dem Rundgang haben wir Freunde getroffen, die ich lange nicht gesehen habe und spontan gingen wir einen Kaffee trinken, um ein bißchen zu reden. Wir erzählten uns kurz, was so in der Vergangenheit passiert war und ich erzählte von einem sehr sehr unerfreulichen beruflichen Ereignis, was ein paar Wochen zurückliegt, aber noch nicht ganz geklärt ist. Als ich davon erzählte, bemerkte ich, dass mich die Enttäuschung und Verletzung darüber wieder voll erwischte. Trotz, dass es schon etwas her war, stand ich noch nicht über den Dingen. Das war an meiner Stimme zu merken, die leicht zitterte, an meinem Blick, der verkniffener wurde, ein Brodeln im Bauch kam dazu....meine Freundin merkte das auch und sprach mich darauf an. Ich stimmte ihr zu und begann mich dann über mich aufzuregen, dass mich diese Sache immer noch so mitnimmt, eigentlich müßte ich das doch langsam verarbeitet haben, habe das doch alles schon rational durchdacht, total doof von mir, dass ich immer noch so verletzt darauf reagiere - ich regte mich richtig über mich auf. Der Mann meiner Freundin erwiderte daraufhin, dass er das völlig ok findet, dass ich mich noch darüber aufrege und verletzt bin, sowas würde ja auch seine Zeit brauchen, um verarbeitet zu werden. Damit konnte ich erstmal nichts anfangen, ich hätte mir gewünscht, abgeklärter damit umgehen zu können und das Ganze tatsächlich rational zu betrachten. Wir sprachen dann über andere Dinge und nach einer Zeit gingen wir und trennten uns. Da habe ich dann noch mal über die Sache nachgedacht, ohne soviel Emotionen und "ein bißchen von oben". Ich sah, dass sowohl Trauer als auch Wut über diese Begebenheit immer noch in mir waren. Ich schaute mir dann noch mal an, was passiert war und bewertete es - war es wirklich so heftig oder bildete ich mir das ein, was war mir schon Vergleichbares passiert und wie habe ich darauf reagiert? Ich stellte fest, dass es tatsächlich ein "Hammer" war und das meine Emotionen so stark sie auch sind, berechtigt sind. Und weil es so heftig war, darf ich das auch immer noch so wahrnehmen, das scheint ja eine Art der Verarbeitung zu sein mit jedes Mal neuen Gedanken dazu. Interessant war, dass ich durch mein Nachdenken darüber ruhiger wurde. Ich dachte intensiv über diese Begebenheit nach, ordnete sie für mich ein und betrachtete auch die Gefühle, die sie mit sich brachte. Und damit einhergehend überlegte ich, was mir gut tun würde: Wie könnte ich das verarbeiten, jetzt beginnend? Damit hatte ich 2 Nüsse geknackt: ich kam mit mir ein Stück weiter und erkannte wieder etwas besser, was gut für mich wäre - und ich hörte auf mich darüber aufzuregen, dass mich das immer noch belastet. Ich hörte auf streng mit mir zu sein und von mir zu erwarten auch dieses Ereignis mal wieder "schnell in den Griff zu kriegen". Und allein damit bekam ich es schon besser in den Griff, weil ich es und mich so akzeptierte wie es gerade ist. Das befreite mich total von dem Doppeldruck, zum einen nicht so empfindlich zu sein und zum anderen vermeintlich souveräner mit Problemen umzugehen.
Das war nämlich ein Nebenkriegsschauplatz, diese Aufregung über mich selbst. Den habe ich jetzt geschlossen: es ist so und darf so sein und nun kann ich schauen, was ich damit mache. Fühlt sich rund an!

Samstag, 7. November 2009

Pokerface, nein danke oder : Die Vorzüge der Offenheit

Heute hatte ich Besuch von einer lieben Freundin, die ich lange nicht gesehen habe, weil sie vor 2 Jahren weggezogen ist und nur ab und an am Wochenende zurückkommt. Wir kennen uns seit über 10 Jahren, haben diverse Männer, die kamen und wieder gingen, Jobwechsel, Kinder und andere Ereignisse gemeinsam erlebt. Wenn wir uns sehen ist es toll, denn Auge in Auge zusammen zu sitzen ist natürlich schöner als zu skypen oder Mails zu schreiben. Aber wie fast immer, wenn wir uns sehen, ist mir auch dieses Mal etwas aufgefallen, was jede unserer Begegnungen schwierig macht. Für eine bestimmte Zeit auf jeden Fall. Was ist passiert? Wenn wir uns treffen, herrscht zwischen uns zuerst eine Beziehung als wenn sich 2 Geschäftsleute treffen. Sie begrüßt mich mit Floskeln, die ich sonst nur aus dem Business kenne, so dass es mir auf der Zunge liegt zu sagen, hallo Schatzi, ich bin es, Deine Freundin! Dann fragt sie mich aus, und das ist ja eigentlich auch ok. Jede erzählt, wie es ihr so ergangen ist, wo sie gerade steht...Problem ist nur, dass ich erzähle, sie fragt und ich merke, dass ihre Fragen ein bewusstes Ablenken von ihr selbst sind. Ich erzähle gern von mir, schließlich kann ich aus der Reaktion darauf Inspiration, Unterstützung, Trost, Motivation oder was auch immer für mich ziehen. Aber, wenn ich merke, ich und meine Geschichten sind Mittel zum Zweck um den Nachmittag zu gestalten und bloß nicht auf ihre persönlichen Geschichten zu kommen, dann macht es mir keinen Spaß von mir zu erzählen. Ich unterbreche sie dann irgendwann und frage zurück, wie es ihr ergangen ist - und dann erzählt sie auch, alles ist gut. Schade nur, wenn wir dann nicht mehr viel Zeit haben, dann sind wir gar nicht richtig in Kontakt gekommen, weil unsere Kommunikation einseitig und nicht wechselseitig war. Ich fühle mich auseinander genommen und seziert, gehe unzufrieden aus dem Treffen raus und nehme mir vor, das beim nächsten Mal anzusprechen. Und das habe ich heute getan, es ging los wie immer und ich habe dieses Mal nichts von mir erzählt, habe einfach gesagt, "Du, nichts Neues passiert", kurzes Update zu den Kindern, und dann habe ich den Ball zurückgespielt. Und bei Dir? Sie hat dann tatsächlich noch ein paar oberflächliche Schleifen gedreht, aber ich habe nicht locker gelassen und wir haben es geschafft: Wir haben ein freundschaftliches Gespräch geführt, in der jede ihre Gefühle offenbart und die Andere teilhaben lässt, wir haben uns ausgetauscht. Das war toll, das war vertraut, das war eng. Und vor allem: Ich fühlte mich ernst genommen und nicht interviewt, ich war echte Freundin.
Hinterher habe ich ihr das auch gesagt. Als ich ging, sagte ich, dass ich sie viel lieber so offen erlebe als mit dem Pokerface.

Problem ist bei dem Pokerface, dass ich bei einigen in meiner Umgebung beobachte, dass man nicht richtig in Kontakt kommt. Es kann keine Beziehung entstehen, wenn diese einseitig ist, es braucht Offenheit von beiden. Das heisst nicht, dass mir das Herz auf der Zunge liegen muss und ich alles erzähle, was mich gerade berührt und beschäftigt, aber es heisst schon, dass ich dem anderen über mich erzähle und ein gewisses Maß an Offenheit zeige. Vor allem, wenn ich den Anderen ausfrage, das fühlt sich nur gut an, wenn ich auch über mich erzähle.

Oft ist dieses Verschlossen-ein Selbstschutz: wenn ich von mir ablenke, dann kann ich nicht verletzt werden, wenn die anderen nicht soviel über mich wissen, bin ich nicht angreifbar. Es gibt viele Gründe, eine Fassade um mich herum aufzubauen. Aber: so eine Wand tut nicht gut, weil ich dann alles in mich hineinfresse - es belastet dadurch noch nachhaltiger und kann tatsächlich Depressionen auslösen. Zum anderen verhindert dieses Verschlossen-Sein tiefe Beziehungen, denn durch diese Fassade schlüpft keine Vertrautheit, keine Verbundenheit - die Beziehung stagniert, außer einer bohrt und bemüht sich Nähe herzustellen, in dem er nachfragt und nachbohrt - ich verstehe unter Freundschaft allerdings etwas anderes, vor allem nicht so etwas Anstrengendes.

Was kann denn passieren, wenn ich offen über mich spreche? Ich gebe etwas von mir preis, ja, aber ich beziehe damit Position und stehe für etwas ein. Wer mir das vorwirft, dem kann ich immer sagen, dass es meine Meinung oder Haltung ist - wer hat das Recht, das zu beurteilen oder gar zu kritisieren? Niemand. Jeder kann eine andere Meinung haben, und jeder soll auch dem Anderen seine lassen.
Offenheit heisst auch, Gefühle zu zeigen - da haben viele Angst vor. Aber bin ich wirklich angreifbar wenn ich Angst, Traurigkeit oder Wut zeige? Bin ich nicht viel stärker wenn ich zeige, wie es in mir aussieht anstatt die Starke zu spielen? Ich denke mir immer, wie ich mich verhalten würde, wenn ich jemand anderes ängstlich oder traurig erleben würde. Ich hätte Mitgefühl, würde versuchen zu unterstützen - ganz bestimmt würde ich den Anderen nicht als schwach bezeichnen. Das hilft mir, meine Gefühle zu zeigen, denn ich habe für mich gemerkt, dass es mir gut tut, wie mir meine Freunde dann beistehen - und das können sie nur, wenn ich ihnen die Chance dazu gebe, indem ich sage, wie es mir geht. Und ich habe gelernt, dass es unfair ist, meinen Freunden nicht zu zeigen, wie es in mir aussieht, denn das ist wie das Vorspielen falscher Tatsachen. Und das kann ich bei Fremden machen, denn die geht es tatsächlich nichts an, wie es in meinem Innersten aussieht. Meine Freunde haben das nicht verdient.

Freitag, 6. November 2009

Einmal am Tag Kind sein.

Katja hat in ihrem Kommentar beschrieben, wie sie es schafft, Distanz zu gewinnen, sich dem Sog der Gesellschaft, einer Branche oder einer Situation zu entziehen und bei sich zu bleiben. Dieses sich bewusst aus einer Situation nehmen und das Ganze quasi von außen zu betrachten ist tatsächlich phantastisch dazu geeignet, wirklich zu sehen, was passiert und sich nicht in ein Geschehen hinein ziehen zu lassen.
Dazu fällt mir noch eine andere Methode ein, mit der ich mich ab und zu aus dem Alltag, dem Ernst des Tages oder dem Ernst des Jobs entziehe. Nur kurz natürlich, um einmal Luft zu schnappen, Kraft zu tanken, inne zu halten. Ich versuche, einmal am Tag die Welt mit Kindesaugen zu sehen, zu erleben oder zu berühren. Wie das geht? Heute war ich in einem Café und habe am Nebentisch eine Auseinandersetzung zwischen einem Paar verfolgt. Er sagte ja, sie sagte nein, er sagte hü, sie sagte hott. Die beiden redeten komplett aneinander vorbei, jeder darauf bedacht, seine Position zu vertreten....ich bekam das leider mit und hörte einfach mal ganz neutral zu, ohne Berechnung, ohne Deutung, einfach so. Warum hört eigentlich keiner von den beiden, was der andere sagt? So können die doch gar nicht zu einer Lösung kommen.....Hätte ich als erwachsene Frau zugehört, hätte ich möglicherweise Position bezogen, weil ich aus Erfahrung das eine oder andere wieder erkannt hätte. Aber mit Kindesaugen war es wie ein Kinderstreit, du hast gesagt, nein, du hast gesagt...bis einer heult....am liebsten hätte ich sie am Rock gezogen und gesagt, komm, hör auf, lass uns weiterspielen...
Oder ich ging spazieren und kam einer Riesenkastanie vorbei. 2 Kinder suchten noch nach Kastanien, fanden einen Ast, rochen an den Blättern - das tat ich auch, ich fühlte die Blätter und die Nässe an dem rauen Ast. Ich berührte den Stamm mit seiner groben Rinde und es war, als wenn ich zum ersten Mal wirklich einen Baum erfühle, ganz bewusst - toll, mitten in der Stadt ein Baum, ein ganz normaler Baum, ganz neu entdeckt.
Anfang der Woche habe ich Lust auf spielen gehabt und habe mit Otis Karten, Dame, Mühle und noch mehr gespielt.
Ach, manchmal singe ich, tanze ich oder tobe mit den kids, Kissenschlachten machen Spass, albern sein genauso - es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten. Das Schöne daran, es holt mich aus dem Alltag, es befreit und lässt einfach Unbeschwertheit zu. Mir tut es gut, einmal am Tag bewusst Pause vom Erwachsen-Sein zu machen.

Donnerstag, 5. November 2009

Ich muss nichts außer atmen.

Ich habe mir heute einen langsamen Tag vorgenommen, weil ich nach den letzten Tagen und Ereignissen einfach ein wenig Ruhe mit weniger Verabredungen und mehr Auszeiten haben wollte. Das hat heute auch sehr gut geklappt, heute morgen haben eine Freundin und ich Wohnzimmer-PEKIP gemacht, die Babies in der Mitte und wir beiden plauschenderweise dahinter. Danach war dann Pause, schlafen, spielen, schmusen, ganz entspannt. Mein Plan hat also geklappt, der Tag begann schon mal sehr relaxt und angenehm (und blieb es dann auch..).
Um dieses Entspannen und Entzerren zu unterstützen, habe ich heute morgen mit mir selbst verabredet, nicht "Ich muss", sondern "Ich möchte" zu sagen. Nein, das ist keine Wortspielerei oder gar Haarspalterei, es ist eine ganz andere Tonality. Wenn ich sage "Ich muss", dann ist es erstens Zwang und zweitens, wenn ich die Sache dann erledigt habe, kein Erfolg, sondern selbstverständlich. Der Positiv-Anteil von "Ich muss" ist äußerst gering, der Negativ-Anteil, sprich das Ärgern über sich selbst, umso größer. In "Ich muss" steckt nichts Positives, weil es nicht frei gewählt, sondern auferlegt ist. Deshalb ist es auch nichts Besonderes, wenn ich es getan habe, weil "Müssen" gar keinen Platz für Nicht-tun läßt, alles außer es zu tun ist ausgeschlossen. Daraus ergibt sie automatisch die Negativspirale, wenn ich es trotz "Müssen" nicht tue - ich verstoße gegen etwas, was ich mir auferlegt habe und das verlangt Strafe, Schimpfe, Ermahnung. "Ich muss" ist also eine extrem autoritäre Anweisung, weil sie keinen Raum für Belohnung lässt, aber sehr viel Raum für alle möglichen negativen Reaktionen. Deshalb möchte ich nicht mehr "Ich muss", sondern "Ich möchte" oder "Es wäre schön, ...." sagen, weil diese beiden Versionen Raum lassen für etwaige Entscheidungen. Und - wenn ich es dann getan habe, kann ich mich auch darüber freuen.... es wäre schön - und dann ist auch schön, denn hey, ich habe es geschafft!
Mit "Ich möchte" bin ich viel sanfter zu mir, drücke mir keinen Weg oder keine Handlung auf und kann gewollt agieren. Allein die Aussprache "Ich möchte" oder "Es wäre schön,..." ist schon viel weicher als das harte "Ich muss". Das ändert nichts an den Dingen, die ich zu erledigen habe, aber ich erledige sie lieber, wenn ich es freiwillig tun kann als wenn ich es tun muss. Und ganz ehrlich, eigentlich "muss" man in seinem Leben ganz schön wenig. Alles, was ich tue, ist frei gewählt, weil ich die Konsequenzen für das Nicht-Tun nicht tragen möchte. Das mache ich mir immer bewusst und dann fällt "Ich möchte" zu sagen auch leichter, denn es ist zugegebenerweise ganz schön schwer, auf das gelernte und auch anerzogene "Ich muss" zu verzichten. Aber, die gute Nachricht: es geht! So, und jetzt möchte ich ins Bett, denn ich bin müde....hört sich gut an, oder?

Mittwoch, 4. November 2009

Das Glückstagebuch

.. nachdem gestern so anstrengend war, hatte ich heute einen schönen Tag, er war wieder sehr kommunikativ, aber das gehört wohl zu meinem Leben! Es war toll, dass ich eine enge Freundin endlich mal wieder gesehen habe, dass wir die Zukunft geplant, philosophiert und einfach toll gequatscht haben. Otis hatte interessante Gesprächsthemen aus der Schule mitgebracht, mit Baby-Pippa habe ich Grimassen-Lachen (das ist ein Insider zwischen uns beiden) gemacht, Hausaufgaben, Hamsterkäfig reinigen - das alles lief ohne Stress und noch mal ganz zurück gespult: ich bin heute morgen aufgestanden und hatte das Gefühl der Tag wird meiner. Schön, oder?

Ich könnte meinen Tag auch ganz anders beschreiben: Ich musste früh aufstehen, weil ich um 8 Uhr den ersten Termin hatte, der sich prompt um eine halbe Stunde verspätete, woraufhin ich dann in Stress kam, weil meine Planung dadurch wackelte. Von 10 bis 18 Uhr war hier Trubel, jeder wollte was, Pippa war ab 5 Uhr müde, was ständiges Herumtragen bedeutete und als um 8 Uhr endlich alle im Bett lagen, konnte ich mich um den Haushalt kümmern. Jetzt ist 22 Uhr, ich bin todmüde und für mich allein hatte ich heute fast nichts. Wie hört sich das an? Das ist derselbe Tag, nur mit einer anderen Brille betrachtet. Nicht so schön, oder?

Ich versuche meinen Tag aus der ersten Brille zu betrachten. Damit ich das wirklich konsequent tue, schreibe ich mein Glückstagebuch. Da kommt täglich alles rein was schön war. Auch nach einem total anstrengenden Tag - denn es gibt trotzdem immer etwas Positives reinzuschreiben. So bleibt mir am Ende des Tages ein schönes Gefühl, egal wie der Tag vorher war. Seelenhygiene nannte das mal jemand. Passt, finde ich.

Dienstag, 3. November 2009

Das Stimmungsbarometer

22 Uhr, Bapy-Pippa schläft jetzt endlich - jaja, es rächt sich sofort, wenn der Mittagsschlaf zu lang ausfällt. Aber gut, 1 Stündchen habe ich noch für mich, das geht.
Nach dem aufregenden Wochenstart gestern war es heute viel ruhiger. Ein Jobtermin, eine Kaffee-Verabredung, ansonsten keine Termine - wunderbar. Da konnte ich meine Mutterrolle leben und ein wenig für mein ICH tun, super! Und Freundin war ich heute auch, und bei dem Gespräch fiel mir etwas auf, was mir zu denken gab. Erst habe ich eine Freundin getroffen, die stöhnte und klagte, alles war scheinbar schlecht, anstrengend und nicht mehr länger auszuhalten. Die andere Freundin, die später dazu kam, hatte eine ähnliche Endzeitstimmung, ob Kinder in der Schule, Situation zuhause, der Job - alles schien eine reine Katastrophe zu sein. Abgesehen davon, dass solche Aussagen auch immer das Gegenüber - in diesen Fällen mich!- runterziehen, sind sie auch für den, der solche Aussagen trifft, extrem destruktiv. Wenn alles schlecht ist und ich das so ausspreche, dann warte ich schon auf das nächste Desaster, nur um mir zu bestätigen, dass wirklich alles so schlecht ist. Und: wenn ich in so einer Stimmung bin, darüber rede, wie fürchterlich gerade alles ist, dann fühle ich mich auch schlecht - und die Wahrscheinlichkeit, dass mir dann weitere schreckliche Dinge passieren, ist logischerweise ziemlich hoch. Denn das Gute, das passiert, mache ich und das Schlechte, das passiert, mache ich auch. (Meistens jedenfalls, klar passieren Dinge auch einfach mal, aber oft habe ich sie dann mitverursacht bzw. nicht verhindert....) Pech zieht Pech an und Glück zieht Glück an.

Ich habe die beiden Mädels heute gefragt, wie schlimm das, was gerade passiert, wirklich ist. Ich habe ihnen gesagt, so wie sie es erzählen, würde es sich für mich tatsächlich ganz fürchterlich anhören, aber ich persönlich fände z.B. die Tatsache, dass soviele Stunden in der Schule ausfallen zwar nicht schön - aber fürchterlich sei für mich etwas anderes. Jede von beiden stockte, da unterbricht jemand mein Leiden - wie ich tue dir nicht leid? - und relativierte dann ihre Aussage. Klar, wenn man es so sieht, dann gibt es natürlich Schlimmeres, aber...und da habe ich dann stop gesagt. Wenn es etwas Schlimmeres gibt, dann sollte das spürbar und bewusst sein. Für sie als Sprechende und auch für ihre Gesprächspartner. Denn ersten zieht sie übertriebenes Klagen selbst runter, zweitens ihr Gegenüber und drittens nimmt sie, wenn wirklich mal etwas Schlimmes passiert, keiner ernst - es ist ja immer ganz schrecklich, woher soll ich dann wissen, wann es wirklich ganz schrecklich ist. Aber es zieht einen selbst eben auch runter, man begibt sich ein eine Negativ-Spirale.

Ich fühle, was ich sage oder denke. Und nicht umgekehrt.
Deshalb sollte das, was ich sage oder denke, der Situation angemessen sein.
Nur, wie weiss ich denn, was angemessen ist, es fühlt sich ja wirklich schlecht an? Das funktioniert ganz gut mit einem Stimmungsbarometer. Auf einer Skala von 0 - 10 teile ich alles, was mir passiert, ein. O ist überhaupt nicht aufregenswert, 10 ist die Katastrophe pur.
Als ich die beiden fragte, wo sie denn das, was sie mir eben erzählt haben, einordnen würden, kam erst bei der einen eine 6, bei der anderen eine 3 - und nach etwas nachdenken korrigierte sich die Erste von der 6 auf 3-4 , "ja stimmt, so schlimm war es nun auch wieder nicht". Wenn ich das mache und echt genervt bin über etwas, kann ich das durch das Stimmungsbarometer relativieren - wie schlimm ist es eigentlich wirklich? Meistens ist es nämlich gar nicht so schlimm - und dann bekommt es auch nicht soviel Raum. Damit schaffe ich Platz für andere - schönere - Dinge, weil ich mich gar nicht von der vermeintlichen Fürchterlichkeit eines Ereignisses einnehmen lasse.
Wir hatten dann übrigens auch noch richtig Spass ... auf der Positivskala von 0-10 waren wir bei einer guten 8 - klasse, oder?

Montag, 2. November 2009

Mein persönliches Zeitmanagement

Dieser Wochenanfang hatte es wieder mal in sich. Ist es eigentlich immer so, dass nach einem entspannten Wochenende irgend jemand weiss, dass Du aufgetankt hast und dann am nächsten Tag erstmal eine grosse Ladung Energie abfordert? So kam es mir heute vor, es fing schon nachts an, gefühlte 100mal war Baby-Pippa wach und damit auch ich, der Morgen kam dann unverhofft schnell und es hieß, der Tag beginnt. Und er begann: ganz viele Menschen griffen auf mich zu, organisatorische Dinge waren zu regeln, Hilfestellungen zu leisten, Konflikte zu verdauen, Pessimismus zu vertreiben, Vokabeln abzufragen, Kreisel zu drehen, liebe Bekannte zu coachen...wieviele Stunden hat noch mal der Tag? Und wieviel Power hatte ich gestern noch?
Ich habe mir dann eine kurze Auszeit genommen, der Besuch stand zwar schon vor der Tür, aber ich habe Bescheid gesagt und bin erstmal eine halbe Sunde durch die frische Luft gelaufen...allein, ohne Handy, kein Gespräch, mit einem schlafenden Baby. Habe versucht mir keine Gedanken zu machen, sondern abzuschalten. Bewusst ein- und ausgeatmet. Wenn Gedanken kamen, habe ich sie kommen lassen, aber auch wieder gehen lassen. Wie das geht? Ich habe sie quasi von oben betrachtet : " Jetzt denkst du also an..." Bin nicht in die Thematik eingestiegen, habe sie mir nur angeschaut. Das tat schon mal ganz gut, als ich dann mit meinem Besuch vor meiner Haustür zusammentraf, war ich gewappnet für dieses letzte Reflektionsgespräch des Tages. Das ich dann doch an der Grenze war, zeigte mir dann mein Körper: leichter Schwindel, mein Herz schlug schneller, es reichte. Das Gespräch war dann auch rel. frühabends beendet und ich war wieder allein.
Aber: das war heute ein deutliches Zeichen, es war zuviel. Und ich finde es bestürzend, dass ich meinen Körper brauch(t)e, der mir STOP sagt. Dass ich eine halbe Stunde Auszeit brauche, hätte ein Zeichen sein können, dass ich von Termin zu Termin hetze, hätte mir zeigen können, das ist zuviel....aber all das habe ich mir zugetraut...bis an die Grenze. Und das Beste, an mich habe ich dabei gar nicht gedacht, da war kein Spaß-/Self- oder Spaßtermin dabei, der explicit für mich war.
Das geht so nicht, das tut mir nicht gut und das ist auch nicht gesund. Das möchte ich ändern.
Ab jetzt werde ich meinen Tag anders planen. Schonender, nicht so aufreibend, Energie gebend, bewusster. Ich werde meinen Rollenplaner wieder aktivieren. In meinem Kalender markiere ich die Zeiten farbig, die ich in meinen verschiedenen Rollen verbringe. Die Rollen, die ich habe in meinem Leben sind Partnerin, Mutter, Berufstätige, Freundin, Geschäftspartnerin und ICH. Wenn ich meine Termine plane, dann unter Einbezug all dieser Rollen. Das heisst, alle Rollen sollen an einem Tag vertreten sein, und wenn es nicht an einem Tag geht, dann doch in der Wochenplanung. Sprich, mein Planer sollte farblich möglichst ausgeglichen sein, nur blau für Job oder rot für Mutter wäre falsch geplant. Einige Rollen habe ich per se, Mutter und Berufstätige bin ich täglich, aber das bedeutet, dass ich dann umso mehr darauf achten muss, dass meine anderen Rollen nicht zu kurz kommen. Nehme ich mir Zeit als Partnerin, nehme ich mir Zeit für Freunde, nehme ich mir Zeit für mICH? Heute habe ich alle Rollen gelebt, nur nicht das ICH, das habe ich leider total vernachlässigt. Und meine Quittung bekommen. Aber verstanden. Ab morgen plane ich anders.

Sonntag, 1. November 2009

Einfach mal genießen..muss gibt´s nicht!

...heute bin ich faul, naja, halb, ich übe mit Otis für seine Biologiearbeit, wir flegeln uns im Wohnzimmer, er liest, ich frage ab, dazwischen lese ich DIE ZEIT....Pippa schläft gerade....ein schöner Tag...und eben kam mir der Gedanke, ich müßte noch mal raus, spazieren....und da sagte ich mir, nö, heute müßte ich mal gar nichts...ich lasse den Tag einfach mal laufen und genieße es gemütlich zuhause! Genieß deinen auch, tschüß bis morgen!