Ich freue mich schon sehr auf das Wochenende, weil ich verabredet bin und 2 Menschen treffen werde, die ich lange nicht gesehen habe. Die eine habe ich schon kurz gesprochen, da scheint Veränderung im Busch zu sein, bei der anderen bin ich mal gespannt.
Erstere ist schon seit 14 Jahren in ihrem Job an derselben Arbeitsstelle, sie liebt das auch, aber heute habe ich ein wenig Unzufriedenheit herausgehört. Sie wolle sich jetzt verändern, einfach mal schauen, was der Markt so hergibt.... ich wurde hellhörig, wieso will sie das denn, wenn sie das liebt, was sie tut?
Sie erklärte mir, dass sie jetzt noch mal die Chance habe zu wechseln, dass sie einfach noch mal etwas Neues erleben wolle, dass sie gewappnet sein wolle, wenn ein neuer Chef käme....also eigentlich verständliche Gründe, wenn ich nicht gewusst hätte, dass sie ihren Job dort, wo sie jetzt ist, gerne mag. Auf mein Nachfragen kam dann auch heraus, dass einiges gerade nicht gut läuft, sie gibt und strengt sich an und kümmert sich, dass die Arbeit gut gemacht wird und die anderen schätzen das gar nicht, im Gegenteil, sie greifen immer wieder auf sie zu.
Aha.
Da liegt der Grund für den Veränderungswunsch nicht in ihr, sondern an Dingen, die schlecht laufen. Das ist in der Regel kein guter Grund zu gehen, denn das wird sie an einem anderen Arbeitsplatz schnell wieder einholen - die Wahrscheinlichkeit, dass es da genauso wird, ist sehr hoch. Denn der Grund dafür liegt in ihr und nicht an den Kollegen. Die nutzen nur aus, was sie ihnen bietet. Und das würden alle tun, egal wo.
Und dem Ausnutzen eine Grenze setzen, darum geht es scheinbar. Ein klares NEIN auszusprechen, nicht für alles die Verantwortung zu übernehmen, sich abzugrenzen und zu schauen, wo die Arbeit anfängt sie auszulaugen, schauen, wo (und wie) sie delegieren kann anstatt noch mehr (für die anderen) zu übernehmen, das soll wohl ihre Aufgabe sein.
Das heisst: sie kann an sich arbeiten und sich selbst verändern, dann wird sich die Situation im Job auch verändern. Und dann kann sie schauen, ob sie wirklich noch weg oder etwas anderes will. Aber so nach so vielen Jahren jetzt zu gehen, das würde immer ein schales Gefühl nach sich ziehen - es wäre im Prinzip eine Flucht vor den Problemen, die sich gerade ergeben haben.
Erst klären und entspannt Dinge verändern. Nur so fühle ich mich im nach hinein gut damit, alles andere verursacht ein unwohles Gefühl, weil ich sonst Dinge ungeklärt hinter mir lassen würde. Ich würde dann nämlich weder die Dinge noch mich ändern und damit wertvolle Entwicklungschancen vergeben.
Das ist zwar der erstmal unbequemere Weg, aber langfristig der viel nachhaltigere.....und der, der mit viel besser tut!
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