Sonntag, 22. November 2009

Blickwechsel.

Ein echter Sonntag. Erst Frühstück mit einer Freundin und allen kids, dann ein Spaziergang und dann - wie neuerdings immer (öfter) - das Sonntagnachmittag-Lernprogramm. Aber Otis war gut und konzentriert, es klappte gut....so dass wir wie geplant noch etwas Zeit für Kultur hatten.
2 Freunde, ein Künstlerpaar, machte eine Art Tea Time, eine Ausstellung mit ihren letzten Werken und Neuentwicklungen. Die beiden reisen für einige Zeit durch eine Region, lassen sich inspirieren und setzen das dann in Skulpturen, Bildern und Objekten um. Otis murrte erst, befürchtete, dass es langweilig wird und auch ich war nur zur Hälfte motiviert, es nieselte und auf dem Sofa wäre es auch schön gewesen. Aber ich hatte den beiden versprochen zu kommen und war auch neugierig, was sie gemacht haben, also los ging´s.

Und es war toll, es war wie ein Abtauchen in eine andere Welt. Asien, genauer Vietnam war Inspiration für die Gemälde - und die waren so schön und so intensiv, in Farben - ich ahnte, wie es dort war. Das Ganze war in einer Bel Etage in Szene gesetzt, die Räume waren aufwendig gestaltet: jede Lampe, jedes Tischchen, jeder Hocker und jedes Glas passte und trug zu dem Gesamtkunstwerk bei. Das Neueste, was die beiden machen, sind Tapeten alias Wandvorhänge, die sie malen und an der Wand abhängen. In gold, in silber, mit Motiven, mit Mustern - einfach schön. Ich begann das sofort für meine Wohnung zu planen, wo würde das passen, welches Muster - na, ich habe schon eine Idee. Selbst Otis war begeistert, weil es eben nicht nur Bilder gucken, sondern ein Erleben von Bildern war. Er trank mit Tee, schaute sich um, suchte sich sein Lieblingsbild und war trotz Kunstausstellung sehr zufrieden.

Als wir gingen, war ich froh, dort gewesen zu sein. Weil Kunst in allen Formen einen Blickwechsel initiiert, weil sie inspiriert und den Radius größer macht. Sie zeigt was geht, sie zeigt, wie es woanders ist, sie zeigt, wie andere leben, denken, sich ausdrücken. Sie bricht einfach mit dem Herkömmlichen und öffnet Horizonte. Wir gehen viel zu selten in Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen - obwohl ich jedes Mal dieses Gefühl der Bereicherung habe.
Deshalb habe ich mir vorgenommen, ab jetzt mindestens 1mal, gern aber auch 2mal im Monat irgendetwas kulturelles zu tun. Das macht das Becken, in dem ich schwimme, einfach größer. Und das finde ich gut.

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