Samstag, 28. November 2009

Perfektionismus kann nur zu Enttäuschung führen.

Morgen ist der 1. Advent - das heisst, Geburtstagsdekoration weg und Weihnachtsdekoration hervor geholt! Ich lasse es langsam angehen, find es aber schön, den Balkon bzw. das Balkongitter ein wenig zum Glitzern zu bringen. Gesagt, getan, 2 Lichterketten habe ich herausgeholt, um diese um das Geländer zu wickeln.

Tja, und dann ging es los: sind da rechts mehr Lämpchen als links? Hängen die in der Mitte nicht weiter runter als die anderen? 5 sind kaputt, die Lichterkette kann ich doch so nicht nehmen, erst muss ich die 5 Lichter austauschen und dann kann ich sie anbringen... so ging das in meinem Kopf hin und her und ich schob und steckte, nur um die Lichterketten möglichst gleichmäßig, sprich perfekt, anzubringen.

Irgendwann merkte ich, dass es mich begann zu nerven. Blöde Lichterketten, wer hat das System bloß erfunden, so kann das doch gar nicht gehen.......und dann sagte ich mir STOP!

Das Ziel ist, dass ich das vorweihnachtliche Gefühl genieße, das wir eine weihnachtliche Beleuchtung am Balkon haben - dass es also Spaß macht, die Adventszeit mit den ersten Dekorationen willkommen zu heißen. Es ist doch völlig egal, ob rechts 14 und links 16 Lämpchen brennen.... es geht doch um das Machen und dass es schön aussieht, es geht doch nicht darum, es perfekt zu machen. Also ließ ich es so, schaute nach einer halben Stunde noch mal mit neutralerem Blick auf mein Werk - und siehe da, ein bißchen habe ich noch verändert, aber im Grunde war es ok - und ich fand es schön, freute mich über das Glitzern so wie es war.

Denn ich habe gelernt: ich kann nicht immer 100% bringen. Wenn ich das von mir erwarte, ist das erstens wirklichkeitsfremd und zweitens bringe ich mich selbst gedanklich in eine Negativpirale: Selbstkritik, Unzufriedenheit und Groll gegen mich selbst sind das Ergebnis. Perfektionismus baut Stress und Ängste auf, stellt Konkurrenzsituationen zu Mitmenschen her und macht den, der versucht immer 100% zu bringen, schlicht kaputt.

Das Tun macht so keinen Spass, getrieben davon es perfekt zu machen, verderbe ich mir selbst die Freude an der Arbeit und das Ergebnis kann ich auch nicht genießen, weil ich bestimmt noch etwas finde, was nicht perfekt ist.

Ich sage mir immer, wenn ich merke, dass ich in die Perfektionsfalle tappe, dass mir die Arbeit Spass machen soll, denn: egal, was ich tue, ich möchte es gern tun. Wenn ich merke, dass ich mich unter Stress setze, dann unterbreche ich mein Tun und schaue von außen, wie ich mir selbst Stress mache und welche unschönen Gefühle ich in mir produziere. Danach kann ich - wie eben - entspannter weitermachen und großzügiger mit dem Ergebnis umgehen, weil nicht nur das im Fokus steht, sondern schon der Weg dahin.

Und jetzt schaue ich mal, wie ich die nächsten weihnachtlichen Akzente setzen kann.... mit schöner Musik und leckeren Weihnachtsplätzchen.....





1 Kommentar:

  1. Zum Thema Perfektion: in den letzten Jahren habe ich die wunderschönsten Weihnachtsplätzchen überhaupt gebacken. Die Zimtsterne waren luftig und bis in die äußerste Sternenzacke mit duftigem weißem Schaum bestrichen. Die Vanillekipferl waren leicht und locker und sie glichen sich wie die Kreativen auf der Schanze am Sonntagvormittag - wie ein Ei dem anderen also. Doch es war immer irgendwie stressig.

    In diesem Jahr haben wir viel gelacht. Franca hat den Großteil übernommen und sie hat es fantastisch gemacht. Ich habe eigentlich nur Zutaten gereicht und dann fiel mir auch noch das fertig gerichtete Blech auf den Küchenboden. Erst Entsetzen in den Augen meiner Tochter, dann mussten wir beide fürchterlich lachen. Zu guter Letzt hatten wir dann doch viele, viele leckere Kekse - die Zimtsterne sind allerdings nichts für Zahnlose.

    Kein perfekter Kekstag, aber der lustigste!

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