Und nun ist sie da und ohne sie wäre mein Leben, unser Leben, gar nicht vorstellbar - obwohl es vor einem Jahr noch so war. Sie macht es komplett, sie macht uns ganz. Und heute vor einem Jahr wussten wir noch nicht mal, wie sie aussieht - ein Wunder! Mit der Sekunde ihrer Geburt war sie da und gehörte dazu, ich finde es nach wie vor unglaublich, welche natürlichen Mechanismen da einsetzen und wirken.
Tja, und das erste Jahr ist um, die Glückshormone normalisieren sich so langsam, auch die Mutter wird nun wieder normal und schwebt nicht mehr nur über der Erde. Gott sei Dank produziert mein Körper auch so genug positive Gefühle, der Wechsel ins normale Leben ist damit nicht so hart, ich kann immer noch getragen von Optimismus und Emotionen den Alltag von seiner schönsten Seite sehen.
Das ist ein echtes Glück und ich bin dankbar dafür.
Und es ist nicht selbstverständlich, denn heute sprach ich mit einer Freundin, die die Dinge eher schwierig sieht und interessant ist, wie sich diese Sicht der Dinge dann durch alle Gespräche zieht. Wir sprachen über Schulen und besondere Schulformen, sie fegte alle Möglichkeiten vom Tisch, nein, es gibt gar keine Spezialschulen mehr, der Staat will sparen, die werden abgeschafft. Uff. Wir sprachen über Lehrer von unseren großen Jungs, ich lobte die Herzlichkeit und Lebensnähe unserer Klassenlehrerin, sie sah in dem Gesamtapparat eher ein Problem, auf dem der persönliche Kontakt verloren gehen muss. Puh. So ging es weiter, egal welche Themen wir anschnitten, ich versuchte ein paar Mal positive Akzente zu setzen, aber ohne Erfolg. Sie war voll auf ihrer negativen Schiene und ich hatte keine Chance dagegen zu wirken.
Schade ist, dass das oft so ist, dass sie mittlerweile so auf dieses Negativdenken eingeschossen ist, dass seltenst andere Denkweisen auftauchen. Sie hat dieses Denken trainiert und hat diese Sicht der Dinge damit - leider - erfolgreich einstudiert.
Das kommt, weil für deprimierende, angstauslösende und negative Denkweisen bestimmte Hirnregionen verantwortlich sind, die ich mit jedem Gedankengang in diese Richtung aufs neue anrege und stärke. Sprich, wenn ich oft so denke, dann erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, dass ich immer öfter so negativ denke, einfach weil ich in meinem Gehirn den Nährboden dafür bereite. Und wenn ich oft negativ denke, dann denke ich entsprechend weniger positiv - für positives Denken sind aber wiederum andere Hirnregionen zuständig, die ich damit automatisch vernachlässige. Die schlechte Nachricht ist, ich kann so negative Denkweisen manifestieren - die gute ist, ich kann die gegenteilige Hirnregion immer wieder anregen und aktivieren. Das heisst, wenn ich merke, dass ich dazu neige, Dinge eher als problematisch und schwer zu bezeichnen, kann ich bewusst mit positiven Gedanken für ein Gleichgewicht im Gehirn sorgen.
Wenn wir uns das nächste Mal sehen, werde ich das mal versteckt anregen...durch Gespräche über schöne Dinge, wie den ersten Geburtstag, die erste Geburtagsfeier oder andere schöne Dinge rund um....na, da wird mir schon was einfallen!
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