Montag, 7. September 2015

Vom Glück der Arbeit....

Der Sommer ist fast vorbei und nach einer langen Ferienpause, die dieses Jahr mit ein paar Unterbrechungen von Juli bis Anfang September dauerte, begann heute nun endlich wieder das "normale Leben".

Zu Beginn ist es ja toll. 
Ferien: verreisen, ausschlafen, essen, wenn der Hunger kommt, schwimmen gehen, lesen, Freunde treffen, ausgehen, ausschlafen...und wieder von vorn. Herrlich! Was ist das Leben schön und endlich ist die Zeit da, all die schönen Dinge zu genießen. Alle sind entspannt, alle fahren einen Gang runter, jeder hat Spaß und freut sich über das süße Nichtstun....Für eine gewisse Zeit, nämlich genau ...

...bis Du irgendwann merkst, dass der große Sohn zum Nachtmenschen mutiert ist, der nicht vor 5 Uhr ins Bett geht und den ganzen Tag im wahrsten Sinne des Wortes verpennt, um dann in der Dämmerung wieder durchzustarten und die Nacht zu seinem Tag zu machen.

Bis Du merkst, dass auch die kleine Tochter begonnen hat, ein Eigenleben zu führen: sie hat scheinbar ein iPad-Abo abgeschlossen, dass unbedingt ausgekostet werden werden will....und dafür muss man von morgens bis abends schauen, sonst rechnet sich das nicht.
Spannende, gemeinsame Ausflugsideen nerven da nur und lenken unnötig ab.

Eine Zeitlang geht auch das, aber irgendwann begann mich die Situation zu nerven. Fünfe gerade sein lassen hin oder her....wir tendierten in Richtung Komplett-Verwahrlosung und meine Versuche, wieder ein wenig Zivilisation herzustellen, wurden von dem Großen vehement mit den Worten "Chill mal, wir haben doch Ferien, endlich kann ich mal ausschlafen...." im Keim erstickt. Die Kleine ließ sich überreden, aber ganz ehrlich, arbeiten ist manchmal einfacher.

Und da wünschte ich mir Arbeit und Struktur, da wünschte ich mir eine Schule, die die Tage meine Kinder wieder in eine lebbare Ordnung bringt, die die Abendstunden natürlich begrenzt und gar keine andere Wahl lässt als um halb 7 aufzustehen und durchzustarten.
 
Auch für mich, endlich wieder geregelte Abläufe, endlich wieder meine Arbeit machen, die mich fordert, erschöpft, mir Erfolgserlebnisse verschafft, mich berührt und noch viel mehr. Endlich wieder ein familiärer Tagesablauf mit gemeinsamem Essen, alle erzählen, wer was erlebt hat...und alle haben auch wieder etwas zu erzählen - die Bude lebt!

Heute war es endlich soweit: Auch für die Kleine ging das Schulleben los, und siehe da, um 8 Uhr startete das normale Leben. 

Der erste normale Tag ist fast vorüber und ich kann nur sagen: Herrlich!

Dienstag, 9. Juni 2015

Berührt...

Heute gebe ich Euch einfach mal etwas weiter, was mich gestern sehr berührt hat:

Ein Top-Manager des Siemens-Konzerns hat sich im Februar diesen Jahres suizidiert. Bei der Trauerfeier hielten die zwei erwachsenen Töchter eine Rede, eigentlich mehr eine Ansprache, die mich sehr berührt hat:

Sie baten um Entschuldigung, dass sie heute keine gemeinsamen Erlebnisse mit dem Vater teilen wollen, stattdessen wollten sie drei Bitten an die 500 Versammelten richten, die sie im Wechsel vortrugen:

Die erste Bitte: "Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder, auch wenn Ihre Kinder diese Zeit nicht einfordern." Sie hätten den Vater nie bei der Arbeit gestört, weil sie keine weitere Verpflichtung hätten sein wollen. Später, als es mehr Zeit gegeben hätte, seien sie zu sehr mit erwachsen werden beschäftigt gewesen." Das war ein Fehler."

Die zweite Bitte: "Sagen Sie Ihren Kindern, dass Sie sie lieb haben und dass Sie stolz auf sie sind." Als sie Mutter gefragt hätten, ob der Vater sie liebe, sei ihre Antwort gewesen: "Euer Vater arbeitet soviel, weil er euch so lieb hat." Er habe der Familie materielle Sicherheit bieten wollen. "Doch was", fragten die Töchter, "sind nun alle materiellen Güter gegen einen Vater, der uns nicht mehr zum Traualtar führen kann?"

Schließlich die dritte Bitte: "Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Ihre Gefühle." Ihr Vater habe stets Probleme mit sich selbst ausgemacht, seine Sorgen kaum jemandem anvertraut. Der letzte Appell lautete: "Bitten Sie Ihre Familie um Hilfe!"


Donnerstag, 4. Juni 2015

Ich weiß Bescheid!

Gestern Abend war ich mit Freunden essen und einer tat sich -leider- mit einem sehr unangenehmen Verhalten hervor: "Krieg der Sterne ist der beste Kinofilm ever." Auf den Hinweis, dass es wahrscheinlich seine Meinung sei, und er die Folgen für die Besten hält, entgegnete er, dass sei nicht nur seine Meinung, sondern er wisse, was einen guten Film ausmache und Krieg der Sterne erfülle all diese Kriterien - also sei es der beste Film aller Zeiten. Die nachfolgende Diskussion, was Meinung und was Tatsache sei, ging an ihm völlig vorbei. Er habe Fakten und damit Recht.

Solche Menschen sind extrem anstrengend, weil sie scheinbar die Philosophie haben. "Ich glaube, ich weiß Bescheid, also weiß ich auch Bescheid!" Sie wollen unbedingt recht behalten und den Unterschied zwischen Tatsache und Meinung partout nicht sehen. Sie setzen falsch gleich mit missbilligen und nicht mögen, schmeißen alles in einen Topf - was ich nicht einsehe, kann nicht sein.

Diskussionen sind mit ihnen schwer möglich, weil sie gar nicht offen sind für andere Meinungen oder Wahrnehmungen, es mag sie geben - aber, sie sind falsch. Deshalb brauchen wir gar nicht weiter darüber reden, ich habe Recht.

Solch ein Verhalten macht das Gegenüber mundtot und klein. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern und es zählt zu respektvollem Verhalten, eine andere Meinung nicht niederzumachen oder sie abzustempeln.

Wenn Du auf so jemanden triffst, dann setz ihm Grenzen: mach deine Meinung klar und erlaube keine Diskussion darüber, ob deine Meinung richtig oder falsch ist - dann beende lieber das Gespräch, denn das wird zu nichts führen.

Und schau mal auf Dich: Sagst du Sätze wie "Das Auto ist total hässlich, der Mann hat überhaupt keine Ahnung, das Bild ist total missglückt....."?
Üb Dich, deine Meinung anders auszudrücken, "ich finde..., meiner Meinung nach...., ich glaube....."
- nur so lässt du den anderen Rahm für ihre Meinung!

Freitag, 29. Mai 2015

Was hast du heute gut gemacht?

Heute ich ein Gespräch mit einer wunderbaren jungen Frau, die zu mir in die Praxis kam, um etwas für mehr Selbstsicherheit zu tun. Sie hat ein sehr gutes Studium absolviert, arbeitet - teilweise -erfolgreich in einer Werbeagentur und alles, was sie am Schreibtisch erarbeiten kann, klappt super. Aber sobald sie in Kontakt mit Menschen kommt, wird sie zunehmend unsicher, je exponierter sie steht, desto schwieriger für sie. Ihre Meinung zu vertreten oder Kritik einzustecken bringt sie aus der Bahn, Konflikte sind äußerst bedrohlich und präsentieren war nur unter anstrengendsten Bedingungen möglich. Schlaflose Nächte vorher, zitternde Knie, wackelige Stimme, Hektikflecken....leider nicht entweder oder, sondern alles zusammen.

In unserem Gespräch erzählte sie mir ausschließlich Beispiele, was nicht klappt, ihre Erfolgserlebnisse musste ich ihr quasi aus der Nase ziehen - ihr Blick war rein auf das gerichtet, was sie nicht gut oder vermeintlich gar nicht kann.

Das schwächt natürlich doppelt: erstens verunsichert es stark, wenn ich nur meine Defizite sehe und zweitens wirkt es wie eine selbsterfüllende Prophezeiung...wenn ich weiß, dass ich es nicht kann, gehe ich genau mit dem Gefühl an meine Aufgaben heran und dass die dann nicht gut werden können, ist wohl klar.

Ich habe dann nur noch nach Erfolgsgeschichten gefragt, nach Stärken, Kompetenzen, Dingen, die ihr aufgrund dessen, was sie kann, gelungen sind. Das wird sie natürlich nicht zu einer Präsentationskönigin machen, aber es stärkt ihr Selbst-Bewußtsein im wahrsten Sinne des Wortes. Und aus einem gestärktem Selbstbewusstsein kann Selbstsicherheit entstehen und irgendwann eine gewisse Gelassenheit. 


Deshalb achte stets darauf, was du gut machst und sei dessen bewusst...das ist die Basis für alles!

Donnerstag, 28. Mai 2015

Be- statt verurteilen...

Es gibt Menschen, die verurteilen gern. "Schau dir mal an, wie der isst, keine Manieren, ein echter Proll!"
So oder ähnlich bewerten sie alles nach richtig oder falsch, erwünscht oder unerwünscht, gut oder schlecht. Das ist autoritär, denn sie maßen sich in dem Augenblick an, zu wissen, wie bzw. ob etwas richtig ist. Woher nehmen sie das, wieso dürfen sie das? Gar nicht.

Ich darf beurteilen, kann sagen, wie es ich finde, wenn zum Beispiel jemand anders isst als ich es gelernt habe: "Mir gefällt nicht, dass er so laut schmatzt!" - damit äußere ich dann meine Meinung, richte aber nicht über ihn und stelle nicht meine Meinung als Maßstab dar. Ich beobachte nur sein Verhalten, mache ihn jedoch nicht als Mensch nieder, was per se viel wertschätzender ist, als von vermeintlich schlechtem Verhalten auf einen schlechten Charakter zu schließen.

Häufig läuten wir die Verurteilung mit einem "also..." ein:

"Er spricht sehr langsam...also muss er beschränkt sein!"

Dem "Also..." folgt oft eine verurteilende, unangebrachte Schlussfolgerung  - beobachte Dich mal, was bei dir ausgesprochen oder auch nur in Gedanken auf "also..." folgt - und lass den Teil einfach weg.

Das tut Dir gut und Deinen Mitmenschen auch.





Mittwoch, 27. Mai 2015

Immer positiv Denken nervt....

Gestern traf ich Alex. Alex ist ein wahres Optimismus-Wunder - alles ist schön, alles ist toll, alles wird gut.
Erstmal super, aber als wir dann über seinen Job sprachen und er die Glocken der Veränderung einfach nicht läuten hören wollte, "nein, alles super, warte mal ab, du übertreibst" - da merkte ich, machte sich Unbehagen bei mir breit.
Mit seiner Frau läuft es auch nicht gut, ein großer weißer Elefant namens "wer macht eigentlich was hier?" steht im Raum - angespannte Stimmung, Schweigen, viel fernsehen und überspielende, oberflächliche Gespräche  - und Alex sagt, "das wird sich schön fügen, wir wissen, dass wir zusammen gehören, man muss nicht alles ansprechen, man kann Dinge auch zerreden!"

Klar, man sollte nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen - aber wenn der Elefant da ist, sollte man auch nicht so tun, als wenn er eine Mücke wäre. Und ich habe mal irgendwann gelernt, dass sich kein Problem von selbst löst, wenn man nur lange genug abwartet....im Gegenteil, meistens wird es größer und größer...elefantös quasi.

Ich habe Alex darauf angesprochen, dass sein erzwungener Optimismus nervt und auch nicht wirklich förderlich ist, weil er an der Realität vorbeigeht. Alles wird gut, alles ist schön - wie kann ich mich ernsthaft mit jemand unterhalten, der sich nicht auch den unangenehmen Teilen der Realität stellt? Ich kann Alex nicht sagen, dass ich traurig oder wütend bin, denn solche vermeintlich negativen Gefühle haben in seinem Leben keinen Platz. Im Gegenteil, er versucht mir noch das Gefühl zu geben, selbst schuld zu sein, weil ich mich von solch unerquicklichen Gefühlsregungen erwischen lasse. "Hey, du musst das locker sehen, denk an was Schönes!"
Anstrengend.

So kann ich gar nicht mit ihm sprechen, denn er will einen Teil von mir, den er belastend findet, weil er anstrengend, konfliktär oder was auch immer ist, nicht hören. Damit bewegen wir uns aber auf Small Talk-Niveau, denn mit ehrlichem, tiefem Austausch hat das nichts zu tun. Allein das fand Alex schon unangenehm zu hören, "Ach komm, wir wollen es doch nett haben....." Aber: Small Talk hat wohl gepiekst, denn es gibt eine gute Nachricht: er hat dann tatsächlich erzählt, dass er sich unwohl fühlt im Job, weil er so gar nicht wüsste, was kommt.....!

Und wir haben uns das erste Mal seit langem richtig gut unterhalten, ernsthaft und dann auch wieder sehr lustig - große Freude!

Sonntag, 11. Januar 2015

Wie gehe ich gut mit mir um? 

Ergänzende Gedanken.


Wer an sich glaubt und sich vertraut, kann mit der zunehmenden Komplexität im Alltag umgehen. Er kann darin die Chance sehen, mehr Selbstverantwortung zu übernehmen.
Das Zusammenwachsen der Welt, soziale und berufliche Flexibilität, steigende Mobilität, gestiegene Bildungserwartungen, Wertepluralismus und Multikulturalismus - man kann darin steigende und überbelastende Anforderungen an den Einzelnen sehen, ich sehe es als Chance zu mehr Freiheit. Weniger Bevormundung und Zwang, sondern mehr Möglichkeiten der Selbstgestaltung ergeben sich doch für uns - wann und wie möchte ich arbeiten, wie gestalte ich mein Familienleben und verbinde es mit meinen beruflichen Zielen, was lerne ich aus anderen Kulturen und was bedeuten unterschiedliche Wertesystem für mich?

Ja, der gesellschaftliche Modernisierungsprozess bringt hohe Anforderungen mit sich, tiefgreifende Veränderungen passieren, mit denen wir erst einmal lernen müssen umzugehen.
Aber der Prozess ist schon in vollem Gange - Widerstand würde die Problematik vergrößern, bietet keine Lösung, es sei denn ich suche mir einen Ort, an dem ich alte Muster weiterleben kann. Die Chance darin suchen und erkennen, den Raum für eigene Entfaltung schaffen - es sich selbst zu gönnen und dafür zu sorgen dass ich möglichst gut in dieser neuen Welt stattfinden darf - auch das bedeutet, ich gehe gut mir um.

Samstag, 10. Januar 2015

Dieses Jahr wird mein Jahr.


Ein neues Jahr hat begonnen, 2014 war sehr bewegt und bewegend und die Hoffnung, dass 2015 ruhiger würde, hat sich nach den Vorkommnissen in Paris und Nigeria schnell zerschlagen. Wie schaffe ich es in diesem Umfeld gesund zu bleiben, wie kann ich mir eine Insel der Stabilität schaffen, um mich gegen die Unruhen und negativen Energien von außen zu wappnen?

Meine neue Sendereihe "Dorothea Meyer Coaching - Strategien für den Alltag" soll helfen, die Regie zu behalten, auch wenn es anstrengend und belastend wird.

Folge 1: Wie gehe ich gut mit mir um? liefert dazu die Basis.
https://www.youtube.com/channel/UCtaGzzvaEzzhm3ACDUUJ0ow

Nur wer sich selbst wertschätzt und gut behandelt, ist auch stabil und kann anstrengenden Situationen im Alltag sicher begegnen. Nur wer sich gut behandelt, erlaubt sich aus Fehlern und Krisen zu lernen, statt sich deshalb zu verurteilen.

Ich wünsche viel Erfolg beim Umsetzen!