Es gibt Menschen, die verurteilen gern. "Schau dir mal an, wie der isst, keine Manieren, ein echter Proll!"
So oder ähnlich bewerten sie alles nach richtig oder falsch, erwünscht oder unerwünscht, gut oder schlecht. Das ist autoritär, denn sie maßen sich in dem Augenblick an, zu wissen, wie bzw. ob etwas richtig ist. Woher nehmen sie das, wieso dürfen sie das? Gar nicht.
Ich darf beurteilen, kann sagen, wie es ich finde, wenn zum Beispiel jemand anders isst als ich es gelernt habe: "Mir gefällt nicht, dass er so laut schmatzt!" - damit äußere ich dann meine Meinung, richte aber nicht über ihn und stelle nicht meine Meinung als Maßstab dar. Ich beobachte nur sein Verhalten, mache ihn jedoch nicht als Mensch nieder, was per se viel wertschätzender ist, als von vermeintlich schlechtem Verhalten auf einen schlechten Charakter zu schließen.
Häufig läuten wir die Verurteilung mit einem "also..." ein:
"Er spricht sehr langsam...also muss er beschränkt sein!"
Dem "Also..." folgt oft eine verurteilende, unangebrachte Schlussfolgerung - beobachte Dich mal, was bei dir ausgesprochen oder auch nur in Gedanken auf "also..." folgt - und lass den Teil einfach weg.
Das tut Dir gut und Deinen Mitmenschen auch.
Donnerstag, 28. Mai 2015
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