Zu Beginn ist es ja toll.
Ferien: verreisen, ausschlafen, essen, wenn der Hunger kommt, schwimmen gehen, lesen, Freunde treffen, ausgehen, ausschlafen...und wieder von vorn. Herrlich! Was ist das Leben schön und endlich ist die Zeit da, all die schönen Dinge zu genießen. Alle sind entspannt, alle fahren einen Gang runter, jeder hat Spaß und freut sich über das süße Nichtstun....Für eine gewisse Zeit, nämlich genau ...
...bis Du irgendwann merkst, dass der große Sohn zum Nachtmenschen mutiert ist, der nicht vor 5 Uhr ins Bett geht und den ganzen Tag im wahrsten Sinne des Wortes verpennt, um dann in der Dämmerung wieder durchzustarten und die Nacht zu seinem Tag zu machen.
Bis Du merkst, dass auch die kleine Tochter begonnen hat, ein Eigenleben zu führen: sie hat scheinbar ein iPad-Abo abgeschlossen, dass unbedingt ausgekostet werden werden will....und dafür muss man von morgens bis abends schauen, sonst rechnet sich das nicht.
Spannende, gemeinsame Ausflugsideen nerven da nur und lenken unnötig ab.
Eine Zeitlang geht auch das, aber irgendwann begann mich die Situation zu nerven. Fünfe gerade sein lassen hin oder her....wir tendierten in Richtung Komplett-Verwahrlosung und meine Versuche, wieder ein wenig Zivilisation herzustellen, wurden von dem Großen vehement mit den Worten "Chill mal, wir haben doch Ferien, endlich kann ich mal ausschlafen...." im Keim erstickt. Die Kleine ließ sich überreden, aber ganz ehrlich, arbeiten ist manchmal einfacher.
Und da wünschte ich mir Arbeit und Struktur, da wünschte ich mir eine Schule, die die Tage meine Kinder wieder in eine lebbare Ordnung bringt, die die Abendstunden natürlich begrenzt und gar keine andere Wahl lässt als um halb 7 aufzustehen und durchzustarten.
Auch für mich, endlich wieder geregelte Abläufe, endlich wieder meine Arbeit machen, die mich fordert, erschöpft, mir Erfolgserlebnisse verschafft, mich berührt und noch viel mehr. Endlich wieder ein familiärer Tagesablauf mit gemeinsamem Essen, alle erzählen, wer was erlebt hat...und alle haben auch wieder etwas zu erzählen - die Bude lebt!
Heute war es endlich soweit: Auch für die Kleine ging das Schulleben los, und siehe da, um 8 Uhr startete das normale Leben.
Der erste normale Tag ist fast vorüber und ich kann nur sagen: Herrlich!
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