Donnerstag, 22. Oktober 2009

Stress entsteht durch Kontrollverlust oder Die Kunst nicht ferngesteuert zu werden.

Kennst Du das? Der Tag ist nicht Deiner, von Anfang an. Ich hatte heute so einen, es begann morgens mit dem ersten Termin um 8, eigentlich alles in time, und dann möchte Baby-Pippa nochmal essen bevor ich gehe....gestillt werden, um genau zu sein, und das kann nun mal nur ich. Danach bin ich dann hektisch rausgetürmt, kam zwar pünktlich, aber außer Atem an - um dann zu hören, dass mein Termin 15 Minuten später beginnt. Damit verschoben sich alle nachfolgenden Termine und ich hetzte von einem "Muß" zum Nächsten. Ich mußte danach schnell nach Hause fahren, weil mein Kindermädchen weg musste, ich musste schnell noch mit Otis in die Stadt, weil er im James Bond Fieber eine bestimmte Pistole kaufen musste, unbedingt heute..., ich musste dann noch schnell einkaufen....kochen, telefonieren, neue Termine machen, das Wochenende planen und und und. Als ich dann irgendwann da stand und mich zwischen einer müden Pippa, einem klingelnden Handy und der Türglocke entscheiden sollte, da schrie ich innerlich auf: "Aaaaaahhhhh, hilfe, was wollt ihr alle von mir?" Ich entschied mich für alles 3, beendete aber ganz schnell das Telefonat, schloss schnell wieder Tür und sagte laut STOP. Muss ich das wirklich alles tun? Bin ich wirklich für alles verantwortlich? Laufen die Dinge wirklich nicht ohne mich? Kann ich wirklich alles am besten selbst?
Auch wenn ich innerlich skeptisch war, ich dachte mir, dass es so nicht sein kann. Und ich stoppte dann tatsächlich."Es ist mir jetzt völlig egal, was alle von mir wollen, ich schaue jetzt, was wirklich wichtig ist und was ich tatsächlich sofort machen muss."
Und siehe da, es gab Telefonate, die hatten Zeit bis morgen, es gab Dinge, die ich gar nicht selbst erledigen musste und es gab Dinge, die musste ich gar nicht tun. Kurzum, ich übernahm das Ruder, ich liess mich nicht mehr treiben und fremdsteuern von meiner Überzeugung, wenn ich es nicht mache, macht es keiner (so gut wie ich..), nein, ich schaute , wie wichtig das, was ich da alles auf meinem Zettel hatte, wirklich war. Und siehe da, es gab natürlich immer noch viele Dinge, die ich heute erledigen wollte - aber es gab auch einiges, was ich nicht tun wollte. Allein das Gefühl, selbst zu bestimmen und in meinem Tagesablauf bewusst Regie zu führen, ent-stresste mich schon. Bewusst Entscheidungen zu treffen, zu überlegen, wann ich was machen möchte, ob ich es machen möchte, wie wichtig dies oder das wirklich ist, all das gab mir ein besseres Gefühl. Die Dinge bekamen auch eine andere Wichtigkeit, Intensität, ich merkte erstmal richtig, was ich da tat. Ich tat die Dinge bewußter und das fühlte und fühlt sich super an. So, und jetzt muß, nein - möchte ich die Füße hoch legen....das fühlt sich nämlich auch ganz toll an!

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