Ich fand es toll, diese Ruhe, dieses morgens langsam starten und ausschlafen (soweit es dann ging...), dieses süße Nichtstun mit Nachmittagstee und Spaziergangspause am Glühweinstand...... Ich fand es toll, den Tag nur mit Freizeitterminen zu verplanen.
Das tat gut und ich habe Job und Co. tatsächlich links gelassen. Mein Kopf ist erholt, ich bin fit und bereit für den Start morgen, ja, ich freu mich drauf.
Es ist manchmal wichtig, Pause zu machen und Abstand vom Alltag zu suchen und einzuhalten. Wie wichtig, merkte ich heute, als ich einen Bekannten beim Spaziergang traf. Er war mit seinem Sohn auf dem Weg zum Rodeln, der Kleine rannte voran und freute sich. Der Vater allerdings trödelte, er telefonierte und war in Gedanken nicht im Schnee, sondern - im Job.
Als er aufgelegt hatte, redeten wir ein wenig gemeinsam auf dem Weg zum Rodelhang und ich erzählte von meiner Auszeit und, dass ich mich nun freue, dass es wieder losgeht.
Er konnte mir nicht zustimmen, weil er die Tage völlig anders erlebt hatte. Er hatte 2 Wochen Urlaub, aber täglich irgendetwas getan, was mit seinem Job zu tun hatte.
Termine abgesprochen, Projekte geplant, mit Kollegen über vergangene Projekte gesprochen - er war nicht im Büro, aber per Handy und Mail hatte er letztlich doch ständig Kontakt mit seinem Arbeitsleben. "Ich könnte jetzt noch 2 Wochen gebrauchen" sagte er, und ich fragte zurück, ob er meinte, dass es dann wirklich anders sei als heute? Denn warum sollte er in den nächsten 2 Wochen abschalten, wenn er es in den letzen 2 Wochen nicht geschafft hat? Warum glaubt er, dass er in den nächsten 2 Wochen den Job links liegen lassen könne? Abschalten geht nicht von allein, abschalten hat etwas mit mir zu tun, mit meinem Willen, mich Dingen zu widmen oder auch nicht.
Ich habe auch ein Meeting in der nächsten Woche, dass ich vorbereiten möchte - aber das tue ich ab morgen, und dann konzentriert. Hätte ich es letzte Woche getan, wäre ich komplett in dem Thema abgetaucht, hätte es aber wahrscheinlich nicht richtig bearbeitet (weil ich ja Urlaub habe...) und im Hinterkopf wäre es dann ständig präsent gewesen - und hätte mich in meiner Freizeit gestört.
Ich wäre beiden Vorhaben, der Vorbereitung und dem Abschalten, nicht gerecht geworden, weil ich beidem nicht 100% Priorität eingeräumt hätte. Und damit hätte ich mich selbst um meine Erholung gebracht und um meine Zufriedenheit, denn wenn ich 2 Dinge nicht richtig tue, dann bin ich unzufrieden und unbefriedigt.
Ab morgen steige ich in das Thema ein, und dann richtig. Und da freue ich mich jetzt drauf.
Denn beides ist schön, ohne das eine könnte ich das andere nicht schätzen. Also, auf geht´s!
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