Dienstag, 12. Januar 2010

Geh sorgsam mit dir um!

Heute hatte ich ein Gespräch mit einer Bekannten, Marie, die sich selbständig machen möchte. Alles steht, ist kalkuliert, das Risiko ist berechnet und eigentlich könnte es losgehen. Wenn da nicht eine Stimme in ihr wäre, die sie immer wieder bremst.

"Was soll das? Wieso denkst Du, dass Du das kannst? Das geht bestimmt schief, woher nimmst Du den Mut, dass zu tun? Wer hat Dich zu diesem Höhenflug motiviert, totaler Quatsch...." So und noch schlimmer spricht ihre Stimme zu ihr - und immer, wenn die Stimme sich meldet, ist Marie blockiert und total eingeschüchtert. Das geht soweit, dass sie Bauchschmerzen bekommt und richtig Angst hat, dass es tatsächlich schief gehen könnte.

Sie erzählte mir davon, weil sie nicht mehr weiter wusste. Sie hatte alle Argumente für ihr Unternehmen parat, konnte aber trotzdem nichts gegen diese Stimme, die sie an ihren wunden Punkten traf, tun.

Und genau da ist der Knackpunkt. Diese Stimme, die so respektlos und wenig wertschätzend aus ihr kommt und mit ihr spricht, macht Marie einfach klein und will sie ausbremsen. Weil sie keine Veränderung möchte, nicht möchte, dass sie sich weiter entwickelt, denn sie soll nicht in Gefilde vordringen, in denen sie nichts zu suchen hat. "Schuster, bleib bei deinen Leisten, entwickel dich nicht, du musst in "deiner Kaste" bleiben - so bist du erzogen, also leb das auch....." all das sind tatsächlich die Gründe für diese destruktive Stimme, die da in ihr spricht.

Was kann Marie nun dagegen tun? Rein rational hat sie alle Argumente parat, die helfen ihr aber nicht, denn genau die will die Stimme gar nicht hören. Dieser Teil von ihr will keine Erlaubnis für diesen Entwicklungsschritt geben, wird also diesen Argumenten kein Gehör schenken. Hier hilft tatsächlich nur eins:

Dieser Stimme den Mund verbieten, sie stoppen und versuchen, keinen weiteren Gedanken an sie zu verschwenden - und dann ihren Weg weiter gehen.

Marie hatte sich immer eine Auszeit genommen, wenn die Stimme kam, ging schwimmen oder spazieren. Das machte es aber noch schlimmer, warum?
Weil sie einen Ruheraum schaffte und dadurch der Stimme richtig Raum gab, sich zu entfalten. Und es dadurch noch schlimmer machte.

Genau den Raum gilt es also zu beschränken - und Marie hatte auch sofort eine Idee: "Sobald die Stimme kommt, sage ich ihr (also mir), ich will das nicht hören und lenke mich ab, in dem ich eine Freundin, meine Mutter oder sonst wen anrufe."

Klasse, denn man kann nicht 2 Gedanken gleichzeitig denken - und wenn sie spricht - über etwas anderes natürlich - dann hat die Stimme keine Chance.

So einfach ist das....stop deine unproduktiven Gedanken, die dich ausbremsen durch ein klares Mundverbot, mach dann was anderes und vergeude keinen Gedanken mehr an sie.

Nicht ganz so einfach wie es sich liest, aber ein Garant für persönliche Entwicklung.




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