Donnerstag, 3. Dezember 2009

Loslassen.

Gerade ist es anstrengend. Es gab einschneidende Veränderungen in meinem Leben und dadurch sind viele Dinge zu regeln. Leider habe ich dieses Dinge nicht allein zu regeln, sondern muss mich abstimmen, einigen - und das alles möglichst un-emotional. Gar nicht so einfach.

Einige der Punkte, die ich regeln muss, empfinde ich als existentiell und daher sind sie mir sehr wichtig. Wenn ich das nicht ordentlich mache, werde ich die ganzen nächsten Monate, vielleicht Jahre, darunter leiden. (Das schreibe ich, um zu zeigen, wie emotional die Angelegenheit eigentlich ist und dass un-emotional sein eine ganz schön große Aufgabe ist.)

Gestern war ich emotional, und zwar sehr. Wütend, sprachlos, hilflos, niedergeschmettert. Meine erste Reaktion war agieren, machen, sichern......egal was es kostet, kämpfen, immer wieder meinen Part erklären, dafür eintreten, immer wieder, immer heftiger. Also stritt ich, weinte ich, meine Gedanken drehten sich im Kreis, ich war wirklich im Stress. Wie ein Tiger lief ich im Käfig hin und her, meine Gedanken flogen von rechts nach links und wieder zurück. Ich drehte mich Kreis, war im Strudel meiner negativen Emotionen gefangen und konnte keinen klaren Gedanken fassen.

Irgendwie beruhigte ich mich, konnte dann nachdenken und erstmal eine kurzfristige Lösung finden, die mich aber nicht grundsätzlich ruhiger stellte, da das Problem generell nicht gelöst war. Diese erste Lösung holte mich allerdings wieder etwas in die Realität zurück, ich verlor meine Panik - ich kam von 180 wieder auf Normalgeschwindigkeit hinunter.

Jetzt habe ich eine Nacht darüber geschlafen, habe mir überlegt, was ich tun kann, um das Problem zu lösen. Was ist mein Part an diesem Stress, was kann ich reingeben, um eine Lösung zu finden. Transparenz schaffen ist es in meinem Fall. Mit offenen Karten spielen und damit in die Vorlage gehen. Für diese Transparenz habe ich gerade gesorgt, jetzt gebe ich das Thema ab.

"Jetzt gebe ich es ab" heisst, dass ich nun abwarte, was von der Gegenseite kommt. Dass ich solange keine worst-case-Szenarien mehr erstelle und bis dahin mich auch nicht mehr über das Gestern aufrege. Ich habe mir noch ein paar Notfallstrategien überlegt, was mache ich, wenn.... aber da ich nicht weiss, was nun als Gegenvorschlag auf mich zukommt, lasse ich die solange liegen, bis ich etwas Konkretes vorliegen habe.

Ich kann mehr nicht tun. Deshalb lasse ich nun los, lasse es laufen bis wieder neue Fakten auf dem Tisch liegen. Erst dann werde ich weiterschauen und unter Umständen handeln. Bis dahin aber nehme ich alle Emotionen raus und sehe es ganz rational. Wenn Verwirrung droht, mache ich mir genau das bewußt - das habe ich getan, um das Problem jetzt zu lösen, das habe ich getan, um einen Beitrag zur Lösungsfindung zu leisten und das oder das tue ich, wenn wir keine zufriedenstellende Lösung finden werden.
Das tut gut. Ich habe konstruktiv gehandelt, kurzfristig etwas gelöst und eine langfristige Lösung vorbereitet.
Ich habe das beeinflusst, was ich beeinflussen kann - alles andere lasse ich jetzt, wo es hingehört. Und damit geht es mir heute wieder besser, damit bin ich wieder handlungsfähig, bin wieder klar.

Weil ich den Part getan habe, denn ich tun konnte und den Rest losgelassen habe.
Da schaue ich jetzt mal, was zurückkommt. Und erst dann geht es weiter.




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