Am Schreibtisch setze ich mich zum Beispiel einfach mal zwischendurch hin und lasse alles hängen: die Arme, den Kopf, den ich zusätzlich noch kreisen lasse; die Beine strecke ich aus und die Augen schließe ich, stelle mir eine schöne Umgebung vor und atme ganz langsam und tief. Diese Übung löst chemische Veränderungen im Blut aus und hat damit einen wirkungsvollen Einfluss auf unser Nervensystem. Das mache ich alle 2-3 Stunden, und es tut Seele und Körper gut, ich in abends nicht so gestresst und habe vor allem nicht das Gefühl, dass ich verspannt bin. Danach kann ich mich in der Regel viel besser konzentrieren, ich bin aufgefrischt und viel wacher als vorher.
Was mir morgens oder einfach so mal einen Energiestoß gibt, ist lautes Singen im Auto. Früher habe ich immer wie wild gezappt um in einem der Radiosender irgendein schönes Lied zu finden. Meist war ich am Ziel und habe nicht einen Titel durchgehört. Jetzt habe ich mir auf meinem iPod meine Favourites geladen und schaue, auf welches ich gerade Lust habe. Das Mitsingen macht mir total gute Laune, ja, ich bekomme ein richtiges Glücksgefühl und es pusht mich hoch - wenn ich dann aussteige oder aber losgehe (zu Hause mache ich das auch), dann habe ich richtig Elan. Früher habe ich das auch beim Spazieren gehen gemacht, aber da mein Spaziergang meist mit Pippa´s Kinderwagen verbunden ist, geht das nur noch, wenn sie schläft - und lautes Mitsingen ist auf offener Strasse auch nicht so ganz mein Ding....
Ich gehe auch manchmal einfach eine Runde um den Block, das dauert bei mir genau 3,5 Minuten. Danach habe ich frische Luft geschnappt, hatte einen Break und kann wieder mit neuem Blick weitermachen.
Bei allen Breaks, die ich mache, ist mir wichtig, dass ich es schaffe, meine Gedanken zu unterbrechen. Das geht auch mit 5 Seiten lesen, aber da möchte ich dann weiterlesen und das kann auch kontraproduktiv sein. Alles, was es mir ermöglicht, ganz kurz auszusteigen, mich auf mich zu besinnen, mich kurz anders, selbst zu spüren, alles das ermöglicht mir zu entspannen und meinen Energiespeicher wieder aufzuladen.
Morgen früh zum Beispiel fahre ich eine halbe Stunde Auto, da freue ich mich jetzt schon auf meine Musik. Mein Energiespeicher ist zwar gut gefüllt, aber ein kleines Zusatzpolster kann nicht schaden!
Ich hatte ein superschönes Wochenende, und das, obwohl 9 elfjährige Mädchen über Nacht mein Wohnzimmer besetzt hatten. Bester Grund, total gestresst zu sein und sich in der Mutter-Opferrolle am Rande des Nervenzusammenbruchs wiederzufinden. Ich war auch noch vor einigen Wochen ganz angespannt, wollte ein Rallye durch Eppendorf organisieren, kochen, backen, dekorieren....herrje, ihr kennt das. Doch dann hat meine süße, vorpupertierende Tochter mir ganz sanft mitgeteilt, dass ich mich doch besser mit einer DVD oder einer Freundin in der Küche entspannen sollte, die Mädels wollen unter sich sein. Das war erst mal ein kurzer Stupser auf die Mutternase, doch dann habe ich es genau so gemacht. Wir haben lachend 30 heliumgefüllte Ballons mit meinem kleinen Auto durch HH gefahren, ganz in Ruhe dekoriert und waren dann mit der ganzen Horde beim Italiener um die Ecke. Die Mädels waren happy, weil die Pizza gut und der Sohn vom Gastwirt eine Granate ist, und ich konnte mit meiner Freundin vom Extratisch aus das Ganze in Ruhe betrachten. Die letzten Kichergespräche der anschließenden Pyjamaparty waren zwar erst um 4 Uhr morgens zu Ende, doch sowohl meine Tochter als auch ich waren am nächsten morgen zwar todmüde, aber glücklich. Ich habe mal wieder gelernt, dass kein Mensch von mir verlangt, dass ich alles perfekt organisiere. Mal schauen, wie lange das anhält, bevor ich wieder alle mit meiner Organisiererei in den Wahnsinn treibe.
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