Um dieses Entspannen und Entzerren zu unterstützen, habe ich heute morgen mit mir selbst verabredet, nicht "Ich muss", sondern "Ich möchte" zu sagen. Nein, das ist keine Wortspielerei oder gar Haarspalterei, es ist eine ganz andere Tonality. Wenn ich sage "Ich muss", dann ist es erstens Zwang und zweitens, wenn ich die Sache dann erledigt habe, kein Erfolg, sondern selbstverständlich. Der Positiv-Anteil von "Ich muss" ist äußerst gering, der Negativ-Anteil, sprich das Ärgern über sich selbst, umso größer. In "Ich muss" steckt nichts Positives, weil es nicht frei gewählt, sondern auferlegt ist. Deshalb ist es auch nichts Besonderes, wenn ich es getan habe, weil "Müssen" gar keinen Platz für Nicht-tun läßt, alles außer es zu tun ist ausgeschlossen. Daraus ergibt sie automatisch die Negativspirale, wenn ich es trotz "Müssen" nicht tue - ich verstoße gegen etwas, was ich mir auferlegt habe und das verlangt Strafe, Schimpfe, Ermahnung. "Ich muss" ist also eine extrem autoritäre Anweisung, weil sie keinen Raum für Belohnung lässt, aber sehr viel Raum für alle möglichen negativen Reaktionen. Deshalb möchte ich nicht mehr "Ich muss", sondern "Ich möchte" oder "Es wäre schön, ...." sagen, weil diese beiden Versionen Raum lassen für etwaige Entscheidungen. Und - wenn ich es dann getan habe, kann ich mich auch darüber freuen.... es wäre schön - und dann ist auch schön, denn hey, ich habe es geschafft!
Mit "Ich möchte" bin ich viel sanfter zu mir, drücke mir keinen Weg oder keine Handlung auf und kann gewollt agieren. Allein die Aussprache "Ich möchte" oder "Es wäre schön,..." ist schon viel weicher als das harte "Ich muss". Das ändert nichts an den Dingen, die ich zu erledigen habe, aber ich erledige sie lieber, wenn ich es freiwillig tun kann als wenn ich es tun muss. Und ganz ehrlich, eigentlich "muss" man in seinem Leben ganz schön wenig. Alles, was ich tue, ist frei gewählt, weil ich die Konsequenzen für das Nicht-Tun nicht tragen möchte. Das mache ich mir immer bewusst und dann fällt "Ich möchte" zu sagen auch leichter, denn es ist zugegebenerweise ganz schön schwer, auf das gelernte und auch anerzogene "Ich muss" zu verzichten. Aber, die gute Nachricht: es geht! So, und jetzt möchte ich ins Bett, denn ich bin müde....hört sich gut an, oder?
Hi, ich bin die mit dem geklauten iPhone, dem Auffahrunfall und dem gebrochenen Katzenbein. Mittwoch war ich auf einem Branchenevent. Was für ein Gejammer und Selbstdarstellung! Das kann man sich kaum vorstellen. Ich habe eine Freundin, die kurz von HarzIV steht und diese Ignoranten wühlen in ihrem eigenen Sumpf. Da lobe ich mir meine Bodenhaftung, auch wenn ich damit wohl nie ganz nach oben komme. Aber ich kann mir so eine eigene Meinung leisten. Luxus! Und ich habe einen Trick, der bei mir immer funktioniert: ich trete gedanklich einen Schritt bei Seite und beobachte die Szenerie in der ich mich befinde mit Distanz. Und dann setzt es ein, erst ganz leise und breitet sich dann immer weiter in mir aus - das Schmunzeln! Über die Szenerie, über die anderen, über mich selbst. Es ist vielleicht eine Flucht, vielleicht ist es arrogant, vielleicht fahrlässig - aber es ist verdammt befreiend. Probiert es mal aus!
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