Montag, 2. November 2009

Mein persönliches Zeitmanagement

Dieser Wochenanfang hatte es wieder mal in sich. Ist es eigentlich immer so, dass nach einem entspannten Wochenende irgend jemand weiss, dass Du aufgetankt hast und dann am nächsten Tag erstmal eine grosse Ladung Energie abfordert? So kam es mir heute vor, es fing schon nachts an, gefühlte 100mal war Baby-Pippa wach und damit auch ich, der Morgen kam dann unverhofft schnell und es hieß, der Tag beginnt. Und er begann: ganz viele Menschen griffen auf mich zu, organisatorische Dinge waren zu regeln, Hilfestellungen zu leisten, Konflikte zu verdauen, Pessimismus zu vertreiben, Vokabeln abzufragen, Kreisel zu drehen, liebe Bekannte zu coachen...wieviele Stunden hat noch mal der Tag? Und wieviel Power hatte ich gestern noch?
Ich habe mir dann eine kurze Auszeit genommen, der Besuch stand zwar schon vor der Tür, aber ich habe Bescheid gesagt und bin erstmal eine halbe Sunde durch die frische Luft gelaufen...allein, ohne Handy, kein Gespräch, mit einem schlafenden Baby. Habe versucht mir keine Gedanken zu machen, sondern abzuschalten. Bewusst ein- und ausgeatmet. Wenn Gedanken kamen, habe ich sie kommen lassen, aber auch wieder gehen lassen. Wie das geht? Ich habe sie quasi von oben betrachtet : " Jetzt denkst du also an..." Bin nicht in die Thematik eingestiegen, habe sie mir nur angeschaut. Das tat schon mal ganz gut, als ich dann mit meinem Besuch vor meiner Haustür zusammentraf, war ich gewappnet für dieses letzte Reflektionsgespräch des Tages. Das ich dann doch an der Grenze war, zeigte mir dann mein Körper: leichter Schwindel, mein Herz schlug schneller, es reichte. Das Gespräch war dann auch rel. frühabends beendet und ich war wieder allein.
Aber: das war heute ein deutliches Zeichen, es war zuviel. Und ich finde es bestürzend, dass ich meinen Körper brauch(t)e, der mir STOP sagt. Dass ich eine halbe Stunde Auszeit brauche, hätte ein Zeichen sein können, dass ich von Termin zu Termin hetze, hätte mir zeigen können, das ist zuviel....aber all das habe ich mir zugetraut...bis an die Grenze. Und das Beste, an mich habe ich dabei gar nicht gedacht, da war kein Spaß-/Self- oder Spaßtermin dabei, der explicit für mich war.
Das geht so nicht, das tut mir nicht gut und das ist auch nicht gesund. Das möchte ich ändern.
Ab jetzt werde ich meinen Tag anders planen. Schonender, nicht so aufreibend, Energie gebend, bewusster. Ich werde meinen Rollenplaner wieder aktivieren. In meinem Kalender markiere ich die Zeiten farbig, die ich in meinen verschiedenen Rollen verbringe. Die Rollen, die ich habe in meinem Leben sind Partnerin, Mutter, Berufstätige, Freundin, Geschäftspartnerin und ICH. Wenn ich meine Termine plane, dann unter Einbezug all dieser Rollen. Das heisst, alle Rollen sollen an einem Tag vertreten sein, und wenn es nicht an einem Tag geht, dann doch in der Wochenplanung. Sprich, mein Planer sollte farblich möglichst ausgeglichen sein, nur blau für Job oder rot für Mutter wäre falsch geplant. Einige Rollen habe ich per se, Mutter und Berufstätige bin ich täglich, aber das bedeutet, dass ich dann umso mehr darauf achten muss, dass meine anderen Rollen nicht zu kurz kommen. Nehme ich mir Zeit als Partnerin, nehme ich mir Zeit für Freunde, nehme ich mir Zeit für mICH? Heute habe ich alle Rollen gelebt, nur nicht das ICH, das habe ich leider total vernachlässigt. Und meine Quittung bekommen. Aber verstanden. Ab morgen plane ich anders.

1 Kommentar:

  1. Ich bin zwei Tage in den Genuss gekommen, kein Handy zu haben. Das wurde mir nämlich geklaut und jetzt sind alle Kontakte weg und mich kann erst mal keiner erreichen. Große Aufregung bei Familie, Freunden und Kollegen! Herrje, ich bin einfach mal nicht erreichbar! Erst habe ichs genossen, doch gestern abend: länger gearbeitet, dann Stau, dann wurde ich unruhig, weil Kind allein zu Hause und peng - Auffahrunfall! Super Carma im Moment. Doch dann habe ich mich wieder entschlossen, das Ganze zu genießen. Denn jetzt gebe ich in mein Handy nur noch die Kontakte ein, die mir wirklich wichtig sind. Ganz langsam - und dazwischen bin ich eben mal weiterhin nicht erreichbar!

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